Mittelweg finden zwischen Sport und Schule

Jungs lieben Sport oft mehr als Schule. Wie Sie es bei der Erziehung schaffen, dass die Schule dennoch nicht zu kurz kommt sagt Ihnen unser Experte Peter Struck


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Typische Situation: Schule kommt bei Kind wegen Sport zu kurz

„Mama, ich habe heute beim Training drei Tore geschossen! Der Trainer hat gesagt, wenn ich das am Sonntag beim Spiel auch schaffe, kriege ich einen Ehrenpokal.“ Begeistert erzählt der neunjährige Tom von seinem Sport-Erfolg. „Das ist ja toll!“, lobt ihn seine Mutter Renate. Kurz darauf kommt der Vater Georg ins Zimmer. „Das hättest du mal sehen sollen, Renate. Tom hat sogar einen Fallrückzieher hinbekommen! Morgen trainieren wir noch ein bisschen, dann ist Tom am Sonntag topfit!“ Renate zieht die Augenbrauen hoch. „Morgen Nachmittag? Wollte da nicht ein Klassenkamerad kommen, damit ihr zusammen für die Schule lernt, Tom?“ - „Oooch, das dauert nicht lange. Danach ist ganz viel Zeit!“, versichert der Renates Kind. Als sie mit ihrem Mann allein ist, spricht Renate ihn noch einmal darauf an. „Tom hat zweimal die Woche Training. Wenn du auch noch mit ihm auf den Bolzplatz gehst, hat er ja nur noch seinen Sport im Kopf. Mir ist bei der Erziehung aber wichtig, dass er auch an die Schule und seine Hausaufgaben denkt und nicht nur an das nächste Spiel.“

Georg winkt ab. „Die Schule schafft er schon. Er hat aber auch sportliches Talent. Und er braucht Fußball als Ausgleich zur Schule und zum Lernen.“ - „Ja, aber so, wie das mittlerweile abläuft, setzt er sich selbst unter Druck. Und du unterstützt das, indem du mit ihm trainieren willst. Außerdem hat er in den letzten beiden Mathearbeiten eine Drei gehabt, das ist eine Note schlechter als sonst. " „Eine Drei geht doch noch. Und ich trainiere nicht wirklich mit Tom. Wir bolzen nur etwas herum. Das macht uns beiden Spaß. Ich setze Tom damit nicht unter Druck. Ich bin einfach stolz auf seine Erfolge beim Sport, kannst du das nicht verstehen?“ Renate nickt. „Doch. Aber die Schule darf nicht als Nebensache abgetan werden. Tom soll die Schule genauso wichtig nehmen wie das Training!“




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