Kindererziehung: Übermäßiges Verwöhnen vermeiden


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Mögliche Verwöhn-Fallen 1 bis 3

Verwöhn-Falle 1: „Ich übernehme das schnell für dich“ Typische Situation: Das Kind will sich selbst die Schuhe anziehen, selbst den Löffel halten, selbst die Tasche mit dem Sandspielzeug einräumen. Im ersten Versuch klappt das natürlich nicht perfekt. Die Mutter oder der Vater nimmt dem Kind die Aufgabe darum sofort ab - angeblich, um behilflich zu sein, meist jedoch, weil es zu lange dauert oder sonst zu viel Dreck oder Unordnung entsteht. Gefahr: Die Eltern hindern das Kind mit ihrer Ungeduld daran, die Welt zu begreifen bzw. selbst in den Griff zu bekommen. Beim Kind kommt an: Ich kann das nicht. Es verliert die Lust am Selbermachen, traut sich immer weniger zu und wird später die Hilfestellung der Eltern einfordern, und zwar mehr und öfter als denen lieb ist.

So geht´s besser:
Lassen Sie Ihr Kind rumpusseln und eigene Erfahrungen sammeln. Sichern Sie es unauffällig bei möglichen Gefahren und passen Sie Ihr Zeit-Management dem kindlichen Experimentiertrieb an. Während es 15 Minuten braucht, um einen Gummistiefel an den (falschen) Fuß zu bekommen, können Sie ja in Ruhe noch eine Mail schreiben oder schon mal das Gemüse fürs Abendessen putzen. Loben Sie Ihr Kind für Bemühungen und Fortschritte. Verwöhn-Falle 2: „Du bist mein Prinz/meine Prinzessin“ Typische Situation: Die Eltern, manchmal auch die Großeltern, überschütten das Kind weit über seine Bedürfnisse hinaus mit Status-Symbolen wie Designer-Mode, Marken-Spielzeug, Luxus-Kinderzimmerausstattung. Für mein Kind immer nur das Beste, lautet ihr Motto. Gefahr: Ein vollgestopftes Kinderzimmer überfordert die Kleinen, im Überfluss verlieren sie den Überblick. Und langfristig können sie so nie lernen, Ordnung zu halten. Zudem entwickeln sie eine übersteigerte Anspruchshaltung, die ihnen später Frust einbringt. So geht´s besser: Setzen Sie dem Drang zu Dingen Grenzen. Eine Winterjacke, eine Puppe, eine Stifteschachtel etc. reicht. Sprechen Sie Geschenke im Familienkreis vorher ab. Streichen Sie den nächsten Besuch in der Kinderboutique und ersetzen Sie ihn durch einen lustigen Lego-Nachmittag auf dem Kinderzimmerteppich. So bekommt Ihr Kind mehr Liebe als durch neue Jeans. Verwöhn-Falle 3: „Ich kämpfe für dich“ Typische Situation: Beim kleinsten Spielplatz-Konflikt wirft sich die Löwenmutter oder der Löwenvater vor den „Angreifer“ und verteidigt das „Junge“ mit Zähnen und Klauen. Gefahr: Dominante Mütter und Väter nehmen ihrem Kind die Chance, Konflikte selbst zu managen, Aggressionen wegzustecken sowie zu entwickeln und Widerstände zu überwinden. Auf lange Sicht fühlt sich das Kind ohne seine Eltern schwach und hilflos.

So geht´s besser:
Halten Sie sich zurück, vertrauen Sie den kindlichen Kräften. Die Welt der Kleinkinder ist keine heile Schmuse-Welt, aber Ihr Kind ist bestens gerüstet. Und es schöpft aus jeder Schaufelattacke wertvolle Erkenntnisse, die es später im Kindergarten und in der Schule dringend braucht.