Kindern beim Umgang mit Computer helfen

Wie Sie Ihre Kinder am besten an den Computer heranführen und den Kindern dabei helfen können, den Computer als sinnvolles Werkzeug kennenzulernen.


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Kinder und Computer


Viele Eltern von Grundschulkindern beschäftigten sich vor Anschaffung eines Computers mit den gleichen Fragen: Werden unsere Kinder den Computer bloß für Spiele benutzen? Birgt das neue Medium Gefahren für die Kreativität? Und vor allem: Kriegen wir es hin, den Kindern den Computer als Arbeitsgerät näherzubringen - und zwar ohne seine Freude daran zu verderben? Zum Einstieg können Eltern ihren Kindern zum Beispiel ein Paket mit altersgerechten Spielen kaufen, meint der Medienpädagoge Prof. Hartmut Warkus. „Auf keinen Fall darf man Grundschulkinder gleich dazu drängen, mit dem Computer zu arbeiten. Kinder müssen sich die Welt spielerisch aneignen!“ Tatsächlich ist selbst das Spielen am Computer für Kinder anfangs noch Arbeit: Es gilt, die Tastatur und ihre Funktionen zu entdecken und - ganz wichtig - erst einmal die Hand-Auge-Koordination zu üben, die für den souveränen Umgang mit der Maus notwendig ist. Ob es nach dieser technischen „Eroberungsphase“ mit Lernsoftware, kindgerechten Spielen oder normalen Officeanwendungen weitergeht, ist nicht entscheidend.

Eltern müssen Kindern am Anfang mit dem Computer helfen

Viel wichtiger ist, dass die Eltern ihre Kinder beim Kennenlernen der neuen, unübersichtlichen Arbeitsoberfläche unterstützen, meint der Medienpädagoge Warkus: „Anders als der Fernseher ist der Computer kein ,Alleinunterhalter'. Er erfordert Handeln. Damit Kinder nicht einfach herumprobieren, brauchen sie klare Aufgabenstellungen - und einen Erwachsenen, der sie dabei begleitet.“ Konkret heißt das: Damit Kinder in der Lage sind, den Computer als Werkzeug zu nutzen, müssen sie erst einmal lernen, strukturiert und planvoll mit seinem Universum an Möglichkeiten umzugehen. Während dieser Orientierungsphase sollten Eltern häufig präsent sein. Den Platz am Computer sollten sie aber den Kindern überlassen. Langwierige Demonstrationen ermüden und langweilen nur - Arbeitsschritte prägen sich viel besser ein, wenn man sie selbst ausführt. Mit Fragen wie „Warum klickst du jetzt hierhin?“ oder „Was probierst du da gerade aus?“ sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind reflektiert handelt und nicht nur wild rumprobiert. „In einer solchen Situation haben Eltern die große Chance, einmal tatsächlich nachzuvollziehen, was und wie ihr Kind denkt“, sagt der Medienpädagoge Warkus. Er plädiert dringend dafür, dass das Lernen am Computer ein sozialer Prozess bleiben soll: „Lob und Anerkennung müssen weiterhin von Menschen kommen. Dann machen selbst dröge Matheprogramme Spaß“.


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