Kinderspiele für draußen: Durch Schmecken lernen


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Kinderspiele für draußen


Durch Schmecken lernen - Kinderspiele für draußen

Für Kinder bis zum 20. Lebensmonat - bis dahin dauert in etwa die sogenannte orale Phase - bedeutet Begreifen vor allem, die Dinge in den Mund zu stecken. Die Welt wird vorwiegend über den Mund erfahren, denn der hat mehr Nervenenden pro Quadratmillimeter als jeder andere Teil des Körpers. Alles Greifbare wird mit der Zunge und den ersten Zähnchen erkundet. Das ist die Zeit, in der wir ständig rufen: „Nein, nein, das ist bäh!“ Natürlich ist es absolut richtig, dass Kinder keine Fäkalien und keinen Abfall in den Mund nehmen sollten. Aber wenn es um Erde oder Blätter geht, befinden wir uns schon in einer Grauzone. Was spricht eigentlich dagegen, dass Kinder mal testen, wie sich das anfühlt und schmeckt? Nach einmaligem Probieren ist die Neugier der Kleinen dann meist auch befriedigt. „Zu viel Hygiene ist nicht gut. Denn das Immunsystem muss sich mit den Umgebungskeimen ja auseinandersetzen können“, sagt auch die Kinder- und Jugendärztin Dr. Gunhild Kilian-Kornell. Der Ausspruch „Dreck reinigt den Magen“ stimmt zwar so nicht. „Aber wenn mal Sand dorthin gelangt, ist das nicht tragisch“, so die Expertin. Anders verhält es sich mit von Katzenkot verunreinigtem Sand oder giftigen Pflanzenteilen. „Aber im Wissen, dass Kinder Dinge in den Mund stecken, können Eltern zumindest im eigenen Haus und Garten diese Gefahren vorbeugend bekämpfen, indem sie zum Beispiel keine Zigarettenstummel herumliegen lassen und weder im Haus noch im Garten giftige Pflanzen haben“, so Kilian-Kornell. Kinderspiele für draußen: Unaufdringliche Aufmerksamkeit erforderlich Gerade kleine Kinder brauchen bei ihren Erkundungstouren aber nicht nur Eltern, die für ihre körperliche Unversehrtheit sorgen, sondern auch solche, die ihnen emotionale Sicherheit und Geborgenheit verschaffen, damit sie sich ihrer wichtigen Aufgabe hingeben können. „Eine unaufdringliche, schwebende Aufmerksamkeit der Eltern und Großeltern“,  wie es der Kölner Frühpädagoge Prof. Gerd E. Schäfer in seinem Buch „Bildung beginnt mit der Geburt“ (Beltz, 19,90 Euro) beschreibt.

Denn Wahrnehmen ist ganz besonders für Babys und Kleinkinder eine Höchstleistung. In ihren kleinen Köpfen müssen ja erst die Muster und Strukturen angelegt werden, um all die Eindrücke, die auf sie einprasseln, zu verarbeiten. Und bei diesem Kraftakt brauchen sie das sichere Gefühl: „Papa und Mama sind da und schimpfen auch nicht, wenn ich mich mal dreckig mache.“ Und spätestens jetzt wird einem klar: Für kleine Leute ist Matschen die Welt.