Kita-Ausbau: So steht’s um die Qualität in der Kinderbetreuung

Der Kita-Ausbau schreitet voran und erste Erfolge der intensiveren Förderung in den letzten Jahren sind zu beobachten. Doch noch immer gibt es bundesweit zu wenige ErzieherInnen. Die Fakten.


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Bertelsmann Ländermonitor 2016


29.06.2016 - Die Bertelsmann Stiftung stellte heute den aktuellen „Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme“ vor. Erfreulich: Die Studie zeigt, dass die Qualität der Bildung und Betreuung in den Krippen und Kindergärten steigt. Viele Länder haben den Personalschlüssel verbessert, doch noch längst reicht das nicht aus.

Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt als Voraussetzung für eine gute Kita-Qualität ein kindgerechtes Betreuungsverhältnis von maximal 3 Krippen- bzw. 7,5 Kindergartenkindern pro ErzieherIn. Bisher gibt es jedoch nur ein einziges Bundesland, das diesem Personalschlüssel entspricht: In Baden-Württemberg kommen auf eine Kita-Fachkraft im Schnitt 3 Krippen- bzw. 7,3 Kindergartenkinder. Alle anderen Bundesländer liegen zum Teil noch weit darüber. In Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel betreut eine Kindergarten-Fachkraft im Durchschnitt über 14 Kinder – also fast doppelt so viele wie von der Bertelsmann Stiftung empfohlen.

Bertelsmann Stiftung: Ländermonitor 2016


Was auch deutlich wird: Noch immer ist ein starkes Ost-West-Gefälle in der Kita-Qualität erkennbar. In den ostdeutschen Bundesländern ist ein/e Erzieher/in im Durchschnitt für 6,1 Krippenkinder- und 12,3 Kindergartenkinder verantwortlich, in den westdeutschen Bundesländern nur für 3,6 Krippen- und 8,6 Kindergartenkinder.
Weiterhin 107.000 Fachkräfte benötigt
Um die Betreuungssituation und damit die Qualität der frühkindlichen Bildung weiter zu verbessern, brauche es aktuell rund 107.000 Fachkräfte mehr, so die Bertelsmann Stiftung. Die Personalkosten würden damit jährlich um etwa 4,8 Milliarden Euro, also rund ein Drittel der bisherigen Personalkosten, steigen. „Bundeseinheitliche Rahmenbedingungen für Kitas sind für mehr Chancengerechtigkeit notwendig. Die Akteure im Kita-System müssen sich dafür auf kindgerechte Standards für die Personalausstattung verständigen. Deren Finanzierung erfordert eine gewaltige Kraftanstrengung, die von Bund, Ländern, Kommunen, Trägern und Eltern nur gemeinsam zu stemmen ist“, sagt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Bertelsmann Stiftung: Ländermonitor 2016 Personalbedarf


Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig betont in Reaktion auf den Bertelsmann-Ländermonitor 2016, dass der Personalschlüssel für die Kita-Qualität zwar wichtig sei, aber „nicht die alleinige Rolle“ spiele. Der Bund werde in Zukunft auch weiter in den Ausbau von Kita-Plätzen und Sprachkitas investieren, ebenso wie in passgenauere Betreuungsangebote für Eltern, deren Arbeitszeit nicht mit den üblichen Kita-Öffnungszeiten zusammenfällt („KitaPlus“).

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