
Was sind Bildungsdokumentationen? Und warum führen immer mehr Bundesländer Sprachtests bei Vier- und Fünfjährigen ein?
Bildungsbücher oder Bildungsdokumentationen sind in anderen Ländern schon länger bekannt, etwa als Portfolio in Schweden oder als learning stories in Neuseeland. Nun sehen auch in einigen Bundesländern die Bildungspläne vor, dass Erzieher die Entwicklung, das Lernverhalten und die Fortschritte der Kinder beobachten und dokumentieren.
Auch die Kinder selbst arbeiten aktiv an ihrem Bildungsbuch mit, indem sie etwa ihre eigenen gemalten oder gebastelten Werke hinzufügen. Diese Dokumentationen der individuellen Lern- und Entwicklungsschritte werden im Kindergartenteam diskutiert und mit den Eltern und den Kindern besprochen. So können alle Beteiligten die Lernwege nachvollziehen und die Kinder können gezielt gefördert werden.
Erzieher können die sprachliche Entwicklung der Kinder genau beobachten und Eltern auf Probleme aufmerksam machen. Sind Kinder besonders hör- oder sprachauffällig, ist unter Umständen eine Therapie erforderlich. Ansprechpartner sind dann zunächst der Hausarzt, dann ein Facharzt oder das örtliche Gesundheitsamt.
Sprache ist eine Grundvoraussetzung zum Lernen. Deswegen haben bereits etliche Bundesländer Sprachtests für alle Schulanfänger vor der Einschulung beschlossen beziehungsweise eingeführt. Das Ziel ist, diejenigen Kinder, die über mangelnde Sprachkenntnisse verfügen, noch rechtzeitig vor Schulbeginn angemessen zu fördern.
Untersuchungen haben in den letzten Jahren gezeigt, wie groß der Handlungsbedarf ist. Demnach haben bis zu 30 Prozent bei Eintritt in die Grundschule noch nicht das sprachliche Niveau erreicht, das für die 1. Klasse vorausgesetzt wird. Als erstes Bundesland hatte Nordrhein-Westfalen im Frühjahr 2007 einen flächendeckenden, verbindlichen Sprachtest für vierjährige Kinder eingeführt.
Noch ist umstritten, wie solche Sprachtests am besten gestaltet sein sollten und welche Rolle den Erziehern zukommt, die bereits die Entwicklung der Kinder über einen längeren Zeitraum beobachtet haben.
Sicher ist, dass nach und nach in allen Bundesländern Sprachstandsmessungen im Kindergarten eingeführt werden. Anschließend muss dann aber die notwendige Förderung erfolgen. Dafür hat die Bundesfamilienministerin erst kürzlich verpflichtende Sprachkurse für Kinder mit Förderbedarf empfohlen.
Quelle: Duden Elternratgeber Sprache- und Leseförderung. 48 Seiten.
Download unter www.duden.de/schule

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