
Für Kinder ist es eine große Umstellung, wenn nicht mehr nur die Eltern kochen. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihr Kleines ans Essen in der Kita heranführen können.
Mit dem Beginn der Kita-Zeit geben Eltern eine sehr wichtige Verantwortung zumindest teilweise ab: die für die Ernährung ihres Kindes. Denn ob die Eltern ihren Kindern Essen mitgeben oder ob es in der Kita zubereitet wird, die unmittelbare Kontrolle über den Speiseplan des Nachwuchses ist nicht länger möglich. Aber das muss kein Grund zur Sorge sein. Denn Eltern können viel dazu beitragen, dass sich ihr Kita-Kind auch auswärts ausreichend, gesund und ausgewogen ernährt.
Mit etwa einem Jahr vertragen Kinder grundsätzlich das Essen der Erwachsenen und können nach und nach von Breikost auf den Speiseplan der übrigen Familie umgestellt werden. Das heißt, im Normalfall haben Kinder eine ausreichend lange Eingewöhnungsphase an „normales“ Essen, bis sie in die Kita kommen. In dieser Zeit legen Eltern die Grundlage für späteres Essverhalten.
Bei Kleinkindern liegen zwei gegensätzliche Prinzipien im Widerstreit: die Neugier auf das, was Mama und Papa essen und was man auch gern einmal probieren möchte - und die sogenannte Neophobie, also die Angst vor Neuem, die Kinder dazu bringt, sich an bekannte Gerichte zu halten und Ungewohntes gar nicht erst probieren zu wollen. In einer anderen als der häuslichen Situation können sich aber die Gewichte verschieben: Der „Fremd-Ess-Effekt“ bewirkt, dass zu Besuch bei Freunden, im Restaurant oder eben in der Kita plötzlich Dinge schmecken, die zu Hause immer auf heftige Ablehnung gestoßen sind.
Der Psychologe Michael Thiel erklärt das so: „Generell ist das Kind in einer neuen Umgebung, die neue Reize bedeutet, auf ,neu´ und ,Abenteuer´ programmiert. Und das kann sich eben auch aufs Essen erstrecken, weil alles andere ebenfalls ein Experimentierfeld ist.“
Dass ein Rosinenpicker in der Kita plötzlich zum Gern-Esser wird, ist aber natürlich kein Automatismus. Im Gegenteil, es gibt auch genug Fälle, in denen Kinder sich, zumindest anfangs, total verweigern. Wer sich in der Gruppe unwohl fühlt, dem schmeckt auch das Essen nicht. „Psychologisch gesehen ist es ganz entscheidend, dass das Kind an vielfältige Nahrung herangeführt worden ist. Je größer die Spannbreite der bisherigen Mahlzeiten, desto besser“, sagt Thiel.

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