
In der PEKiP-Gruppe Körpergefühl entwickeln: Wie gut eine Krabbelgruppe aber wirklich ist, hängt größtenteils davon ab, wie engagiert die Gruppenleiterin ist. So zahlreich die Angebote, so unterschiedlich ist auch das professionelle Niveau. Nicht jede Krabbelgruppe wird von einer Diplom-Pädagogin geleitet – und das ist auch nicht erforderlich.
Wem es aber lieber ist, dass die Gruppenaktivitäten Teil eines übergreifenden Konzepts sind, der mag sich eher für eine PEKiP-Gruppe entscheiden, ob als Alternative oder als Ergänzung zur „herkömmlichen“ Krabbelgruppe: Das Prager-Eltern-Kind-Programm hat sich als Bestandteil der Frühförderung während des ersten Lebensjahres bewährt.
Diplom-Sozialpädagogin Reni Kindermann-Wille, die als Leiterin von PEKiP-Kursen in Berlin arbeitet, stellt aber gleich klar: „Wir fördern nicht, wir unterstützen die Entwicklung, die ohnehin gerade da ist.“ Indem sich die Kinder ohne Kleidung und ohne festes Programm im gut geheizten Raum bewegen, erhalten sie vielerlei Anregungen.
„Sie entdecken den Spaß an der Bewegung, und so verbessert sich ihr Körpergefühl“, erklärt Kindermann-Wille. Und derweil ihre Kinder windellos und glücklich in der Mitte herumkrabbeln, sitzen die Mütter am Rand und tauschen sich aus. „Die Mütter sehen, dass sie mit ihren Fragen nicht allein sind“, sagt Reni Kindermann-Wille.
Spielgruppen helfen, Sozialverhalten auszubilden: Sind die ersten Schritte geschafft, erweitert sich der Aktionsradius der Kleinen. Reichte vorher eine Krabbeldecke, muss nun Platz zum Toben sein. Den bieten Spielgruppen – und noch mehr: Durch die Struktur der Stunden können die Kleinen sich an Rituale halten, und durch den Wechsel von gemeinsamen Aktivitäten wie Singen und Zeiten für freies, individuelles Spielen kommt nie Langweile auf.
Uta Hofmann betreut die Spielgruppe „Marienkäfer“ im Mütterzentrum Klara e.V. in Freiburg, die sich dreimal wöchentlich für drei Stunden trifft. Die Sozialpädagogin teilt sich die Aufsichtspflicht über die acht Kinder mit einem (wechselnden) Elternteil, das auch für das gemeinsame Frühstück und Mittagessen sorgt. Denn nach der Eingewöhnungsphase, in der Mama oder Papa noch die meiste Zeit dabei bleiben, sind die anderthalb- bis dreijährigen „Marienkäfer“ auf sich gestellt – bei den Mahlzeiten, bei der Bollerwagenfahrt zum Spielplatz, bei der Interaktion mit den anderen.
„Für Kinder, die noch nicht so weit sind, bieten wir einen offenen Treff an, zu dem man ganz unverbindlich kommen kann und die Eltern dabei bleiben“, sagt Uta Hofmann. Im Idealfall werden das Kind und vor allem die Eltern zu Stammkunden, die Mitglieder des Mütterzentrum-Vereins werden und auch einen Teil der Organisation mit übernehmen.

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