Konflikten nicht ausweichen


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden

Konflikten nicht ausweichen

Wie also sollen Eltern reagieren, wenn Sie feststellen, dass ihr Nachwuchs in der Schule an den Rand gedrängt oder gemobbt wird? „Wenn ein Kind Gewalt oder seelische Grausamkeiten erdulden muss, ist es natürlich unumgänglich, sofort einzuschreiten. Ansonsten ist aber jede unmittelbare Einmischung, wie etwa das Zur-Rede-Stellen der anderen Kinder, tabu“ sagt Angelika Faas. Wenig hilfreich sind auch pauschale Beschwichtigungen oder Verharmlosungen à la: „Die anderen sind eben alle doof, um die musst du dich gar nicht kümmern.“ Raten Sie Ihrem Kind, wenn es von Mobbing in der Schule betroffen ist, auch nicht dazu, Konflikten mit seinen Mitschülern auszuweichen: Nur wer sich den Spöttern stellt, kann irgendwann das Gefühl haben, die soziale Krise aus eigener Kraft überwunden zu haben – und lernt auch noch für das ganze Leben dazu. „Wenn sie sich erst mal überwunden haben, entwickeln gerade schüchterne Kinder oft sogar Lust an der Auseinandersetzung. Geben Sie Ihrem Kind etwas an die Hand, das es entgegnen kann, wenn es auf seine ,Schwäche‘ angesprochen wird. Erzählen Sie ihm etwa, dass auch sein Opa abstehende Ohren hatte und ein toller Kerl war. Oder überlegen Sie gemeinsam, welcher prominente Fußballer das gleiche Problem hat“, rät Angelika Faas. Prinzipiell sollten Kinder lernen, dass eine Besonderheit kein Makel sein muss, sondern, geschickt inszeniert, sogar zum Markenzeichen werden kann. Damit ein Kind dass schafft, muss erst einmal sein Selbstbewusstsein wieder aufgebaut werden. Vermitteln Sie ihm zu Hause viel Anerkennung. Und sorgen Sie dafür, dass es in möglichst vielen, unbelasteten Situationen mit Gleichaltrigen zusammenkommt. „Wer im Sportverein oder im Verwandtenkreis neue Kraft getankt hat, kommt auch mit Hänseleien in der Schule besser zurecht“, so Faas. Ihr Tipp: „Ermutigen Sie Ihr Kind zu Kontakten mit Mitschülern, die ähnliche Probleme haben. In einer Gruppe von Dicken muss sich niemand mehr angreifbar fühlen – und allein ist er auch nicht mehr.“