Krisen und Konflikte gehören zur Kindheit


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Krisen und Konflikte gehören zur Kindheit

Um wirklich lebenskompetent werden zu können, benötigen Kinder eine angemessene Anzahl herausfordernder Erfahrungen. Sie müssen in der Kindheit lernen, auch mal Zurücksetzungen zu ertragen, auf die Erfüllung ihrer Bedürfnisse zu warten, Rücksicht zu nehmen und Ärger angemessen auszudrücken. „Es ist wichtig, Kindern solche Konfliktsituationen nicht abzunehmen. Sie sollen vielmehr erfahren, dass Krisen überwunden werden können, dass es Sinn macht, sich Hilfe zu holen und sich mitzuteilen“, so der Kinderpsychologe Schulte-Markwort. Probleme selbst lösen stärkt Selbstvertrauen Schlechte Noten, keine Freunde, der Tod der Großmutter - es gibt vieles, was eine Kindheit beschweren kann. „Werden Probleme allerdings erfolgreich gemeistert, geht das Kind gestärkt aus der schweren Situation hervor“, sagt Petersen. Eltern würden oft die Erwartung an sich stellen, immer gerecht und fehlerfrei zu handeln und ihrem Kind alle Sorgen abnehmen zu müssen. Doch perfekte Eltern sind keine optimalen Eltern, weil sie ihren Kindern diese Lebenserfahrungen ebenso ersparen wie das Erlernen angemessener Bewältigungsstrategien. „Besser ist, dem Kind zu helfen, diese Krisen zu meistern, aber nicht die Sorgen und Anstrengungen abzunehmen. Wenn es beispielsweise wegen schlechter Zensuren geknickt ist, hilft es nicht, wenn ab jetzt die Eltern die Hausaufgaben machen und ihm so alle Sorgen aus dem Weg räumen. Überlegen Sie lieber gemeinsam, wie sich das Kind aus diesem Tal herausarbeiten kann.“
Wie das familiäre Umfeld die Kindheit bestimmt Damit Kinder sich wohlfühlen und frei entfalten können, muss vor allem das familäre Umfeld stimmen:
  • Wohnort: „Auf gar keinen Fall sollten Eltern aufs Land ziehen, bloß weil sie denken, es bekäme ihren Kindern besser. Wenn sie sich selbst dort unwohl fühlen, überträgt sich dieses Gefühl auf die Kinder“, sagt Schulte-Markwort. Grünanlagen, Spiel- oder Sportplätze für Kinder finden sich schließlich in jeder Großstadt. „Nur dort, wo Sie sich zu Hause fühlen, ist auch Ihr Kind zu Hause.“
  • Geschwister oder Einzelkind: Haben Eltern ständig ein schlechtes Gewissen, weil ihr Kind Einzelkind ist, hat das Kind bald das Gefühl, ihm fehle etwas. „Wenn Sie mit diesem einen Kind glücklich sind, ist es Ihr Kind auch mit Ihnen.“