Therapie und Finanzierung

Da Kinder mit Legasthenie und LRS keine Behinderung haben oder krank sind, brauchen sie lediglich etwas Unterstützung beim Lernen von Lesen und Schreiben. Früh und individuell therapiert kann in beiden Fällen Lesen und Schreiben ausreichend gelernt werden.


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Unterschiedliche Therapieschwerpunkte



Legansthenie und LRS: Therapie und Finanzierung


Für eine effektive Therapierung ist es sinnvoll, zwischen Legasthenie und LRS zu unterscheiden. So muss bei einer LRS zunächst das auslösende Ereignis verarbeitet bzw. aus dem Weg geräumt werden. Anschließend wird gezielt das Lesen und Schreiben geübt. Bei einer Legasthenie sprechen sich Experten dagegen für eine ganzheitliche Therapie aus, die neben schulischen auch soziale und emotionale Aspekte beinhaltet. Die Therapie soll den Kindern nicht nur helfen, Lesen und Schreiben zu lernen, sondern auch, ihre Störung zu akzeptieren und damit umzugehen. Die psychische Entlastung spielt dabei eine große Rolle. Die Kinder sollen verstehen, dass sie nicht dumm oder faul sind, sondern einfach anders lernen als andere Kinder.

Ein beliebter Ansatz bei Therapeuten und Lerntrainern ist hier bspw. die AFS-Methode:

•    Schärfung der Sinneswahrnehmungen
•    Verbesserung der Aufmerksamkeit beim Lesen und Schreiben
•    Spezielles Symptomtraining
Erfolgschancen einer Therapie
Wie erfolgreich eine Lerntherapie ist, hängt in hohem Maß von der Ausgangslage, d.h. von dem Schweregrad der Probleme und dem Zeitpunkt des Therapiebeginns ab. In der Regel lässt sich das Lesen meistens deutlich verbessern, auch wenn das Lesetempo wahrscheinlich immer geringer sein wird als bei Kindern ohne Lese-Rechtschreibprobleme. Auch die Rechtschreibung kann durch geeignete Therapien und Förderung in den meisten Fällen verbessert werden.
Lesen ist wichtiger als schreiben
Die Priorität bei allen Fördermaßnahmen sollte vor allem auf der Verbesserung der Lesefähigkeit liegen, da lesen im Alltag wichtiger ist, als richtig zu schreiben. Für Personen mit Problemen in der Rechtschreibung gibt es mittlerweile viele Hilfen im Alltag, wie bspw. die Rechtschreibprüfung an Computern.
Finanzierung von Therapie- und Fördermaßnahmen
Leider übernimmt kaum eine Krankenkasse in Deutschland die Förderung von lese- und rechtschreibschwachen Kindern durch Finanzierung von Förderstunden und Nachhilfeunterricht. Auch Lerntherapien werden in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen.

Es gibt jedoch die Möglichkeit, einen Antrag auf Kostenübernahme für die benötigten Therapien und Fördermaßnahmen beim Jugendamt einzureichen. Konkret würde dann eine Eingliederungshilfe nach §35a SGB VIII beantragt. Diese wird gewährt, wenn eine "bestehende oder drohende seelische Behinderung" beim Kind festgestellt wird. Daher müssen zum Antrag auch pädagogische, psychologische und medizinische Gutachten eingereicht werden, die die Legasthenie bescheinigen.


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