Loben fördert Kreativität


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Loben fördert Kreativität

Dem Kleinkind dabei zu helfen, „schönere“ Dinge zu produzieren, ist unnötig: Denn gerade unter Dreijährige sind an den Ergebnissen ihrer Tätigkeit meist ohnehin wenig interessiert. „Kleinkinder leben ihre Kreativität um ihrer selbst willen aus. Schauen Sie ein Kind an, das etwas aus feuchtem Sand formt: Es ist selbstvergessen und ganz und gar bei der Sache. Es hat jenen sogenannten ,kreativen Flow', nach dem wir Erwachsenen oft vergebens suchen“, sagt Brigitte Wilmes-Mielenhausen. Über ein dickes Lob für ihre Erzeugnisse freuen sich künstlerische Kleinkinder natürlich trotzdem. Eltern sollten allerdings darauf achten, dabei nicht das Maß zu verlieren: Übertriebene - und deshalb nicht nachvollziehbare - Anerkennung wirkt auf Kleinkinder schnell verunsichernd und manchmal sogar demotivierend. Wenn Ihrem Kleinkind ein Werk offensichtlich missraten ist, können Sie es aber dennoch loben: dafür, dass es so ernsthaft und konzentriert an einer Sache gearbeitet hat. Entscheidend ist, dass Ihr Kleinkind aus seinem kreativen Schaffen Zuversicht und Selbstvertrauen mitnimmt. Eine freie, heitere Atmosphäre ohne Druck und Zwänge hilft Ihrem Kleinkind, ganz aus sich selbst heraus zu schöpfen - ohne danach schielen zu müssen, was die Großen sagen. Wenn das gelingt, kann Ihr Kleinkind nicht nur freier und origineller denken - es verhilft ihm auch zu größerer Ausgeglichenheit. „Beim Pinseln, Malen oder Kneten können Kinder sehr gut innere Spannungen abbauen. Sie erleben, dass das Material, mit dem sie arbeiten, sich nach ihrem Willen gestalten lässt - und können auf diese Weise Konflikte abbauen“, erklärt die Kleinkindpädagogin. Es lohnt sich also, schon Babys und Kleinkinder in ihrer Kreativität zu fördern - auch durch das Schaffen einer Umgebung, die Anregungen und Raum fürs fantasievolle Gestalten bietet. Ein perfekt ausgestatteter Materialschrank voller Bastelutensilien für das Kleinkind ist dafür aber nicht nötig, betont Brigitte Wilmes-Mielenhausen. „Jeder, der schon einmal ein Kind beim Spielen beobachtet hat, weiß, dass es in der Lage ist, so ziemlich jeden Gegenstand in einen kreativen Prozess einzubeziehen - vorausgesetzt, es handelt sich nicht um technisches Spielzeug, das nur eine schmale Bandbreite von Anwendungsmöglichkeiten zulässt.“