Fit in Mathe: Mädchen richtig motivieren

In Mathematik und Naturwissenschaften sind Mädchen nicht schlechter als Jungen – nur nicht ausreichend motiviert und selbstbewusst genug.


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Motivation und Selbstbewusstsein sind der Schlüssel


Zunächst macht es den Anschein, als müsse man sich um Mädchen und ihre schulischen Leistungen wenig Sorgen machen. Mädchen werden häufig angepasster erzogen. Sie werden schon früh, und oft konsequenter als Jungen, von ihren Eltern dazu angehalten, ihr Zimmer aufzuräumen und dafür zu sorgen, dass alles hübsch aussieht. Sie werden darin bestärkt, sich in Geduld zu üben und damit unbewusst angehalten, sich konform zu verhalten. In der Schule wirkt sich diese Erziehung zunächst positiv aus.

Mädchen für Mathe begeistern


© Thinkstock
Mädchen schreiben schöner, sind ordentlicher mit ihren Schulsachen und machen brav, was von ihnen erwartet wird. All das hilft, dass Mädchen das System Schule wesentlich unproblematischer und sogar erfolgreicher durchlaufen. Allerdings trägt diese erlernte Angepasstheit auch dazu bei, sich stereotypen Erwartungen zu unterwerfen und diese nicht zu hinterfragen. Im Ergebnis erfüllen Mädchen also eher als Jungen die von der Gesellschaft an sie gestellten Erwartungen. Und dazu gehört offenbar auch, sich selbst in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern wenig zuzutrauen.

Fazit:
In Mathematik und Naturwissenschaften sind Mädchen nicht schlechter als Jungen – nur nicht ausreichend motiviert und selbstbewusst genug. 

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Gegen die Angst vor Naturwissenschaften

➤ Selbst erfüllende Prophezeiung
: Kinder, die selbstsicher an das jeweilige Fach herangehen, trauen sich mehr zu und erzielen bessere Leistungen. Sicher macht Selbstvertrauen allein noch kein Mathe-Genie aus Ihrer Tochter, aber ohne Angst lernt es sich deutlich leichter.

➤ Vorbild-Funktion
: Gehen Sie mit gutem Beispiel voran! Gehen Sie davon aus, dass ihre Tochter in Mathe spitze sein kann. Glauben Sie daran und vermitteln Sie Ihre Überzeugung an Ihr Kind,

➤ Loben: Heben Sie die Erfolge Ihrer Tochter in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern hervor. Sagen Sie Ihrer Tochter, dass sie gut in diesem Bereich ist.

➤ Spielzeug: Schenken Sie Ihrer Tochter Spielzeug, das die mathematisch naturwissenschaftlichen Fähigkeiten trainiert und den Spaß an der Materie weckt. Beispielsweise technische Bausätze, Chemie-Kästen oder Physik-Labors für Kinder.

➤ Spielen: Machen Sie mathematische Spiele und lösen Sie mit ihr zusammen Rätsel, die Kombinationsgabe und logische Fähigkeiten trainieren.

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Mathe kreativ

Trotz Motivation will der Knopf noch nicht aufgehen? Versuchen Sie es doch mal mit kreativer Nachhilfe zu Hause. Schließlich zeigen sich mathematische Fähigkeiten auch darin, wie gut abstrakte Probleme im Kopf praktisch umgesetzt werden, um diese zu verstehen. Veranschaulichen Sie Bruchrechnen einfach mal mit quadratisch-praktischer Schokolade. Oder die mathematische Zufallsverteilung mit einer Packung bunter Smarties.

Probieren Sie beim Lösen der Hausaufgaben ungewöhnliche Lehrmethoden aus, die auf den natürlichen Spieltrieb ihres Kindes setzen. Rechnen mit positiven und negativen Zahlen? Kein Problem, das Kinderzimmer ist das Reich der negativen Zahlen, die Türschwelle ist die Null und im Flur wohnen die negativen Zahlen.

Zum Beispiel: Löst man eine Aufgabe wie "4 + (-9) = ?" , geht man nun die Zahlen in Schritten und folgt dabei diesen Anweisungen:
• positives Vorzeichen: vorwärts gehen (in Richtung Kinderzimmer)
• negatives Vorzeichen: rückwärts (= mit dem Rücken voran) gehen
• Rechenzeichen plus: einfach stehen bleiben
• Rechenzeichen minus: um 180 Grad drehen

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