Märchen und Kindergeschichten

Ein bellendes Weihnachtsgeschenk für Lea


Am Heiligabend stapft das Christkind mit den Elchen Sven und Ole durch den Winterwald. Die beiden tragen die schweren Säcke mit den Weihnachtsgeschenken für die Kinder. Auch der Engel Lukas ist dabei. Immer wieder schaut Lukas das Christkind an. Es ist so nachdenklich und gar nicht so fröhlich wie sonst. Was ist bloß los, denkt Lukas. Das Christkind kann ja alle Kinderwünsche erraten. Und ebenso gut auch Gedanken lesen. Nämlich jetzt gerade die von Engel Lukas. "Heute kann ich nicht alle Wünsche erfüllen", sagt es traurig. "Viele außergewöhnliche Wünsche, die sonst nicht gewünscht werden, habe ich bedacht... Peter bekommt seine Münzsammlung - nein, was haben die Engel Mühe gehabt, alle Münzen herbeizuschaffen! Julia bekommt ein Spiel mit altägyptischen Schriftzeichen – das war auch nicht leicht, sich so ein Spiel auszudenken, ich musste sogar einen der Heiligen Drei Könige in die Werkstatt bitten!

Und dann die Papageienfische für Sebastians Aquarium!“ Das Christkind muss lachen: „So ein Theater, die zu beschaffen! Aber wir haben sie heute bei uns. Simon wollte eine Uhr, die ihn morgens mit seinem Lieblingslied weckt – bitte schön, haben wir auch.“ „Was ist das für ein Lieblingslied?", fragt Lukas neugierig. Es ist ein Abendlied - das ist Ja das Komische!", schmunzelt das Christkind und fängt an, mit seiner silberhellen Stimme ,Der Mond ist aufgegangen' zu singen, so wunderschön, dass sofort viele Waldtiere von allen Seiten herbeikommen. "Ja - und dieser eine Wunsch?", fragt Lukas vorsichtig. Den kann ich nicht erfüllen", sagt das Christkind traurig. "Lea wünscht sich "einen kleinen jungen Hund." "Ja und?", will Lukas wissen. "Die Eltern wollen keinen Hund! Der Mutter ist er zu schmutzig, sie will nicht immerzu die Pfützchen, die so ein Hundebaby macht, wegwischen. Und dem Vater ist ein Hund zu laut, weil er vielleicht bellt und fiept."

"Und?", fragt Lukas wieder. "Da ist nichts zu machen", sagt das Christkind und seufzt. "Wirklich nicht?", fragt Lukas ungläubig. "Warte mal", sagt das Christkind, schließt beim Gehen eine Weile die Augen und atmet ganz tief durch. Lukas weiß: Jetzt darf er das Christkind nicht stören! Das Christkind macht die Augen auf: "Ja, vielleicht... ! Ja... , so könnte es gehen! - Es gibt einen kleinen Hund, hier ganz in der Nähe, der zu niemandem gehört. Der ganz allein ist. - Ich will ihn herholen!" Da, ein feines Geräusch, kaum hörbar. Lukas dreht sich schnell um. Und was sitzt direkt hinter ihm im Schnee und guckt? Ein Hund. Er ist groß und schon etwas älter, nicht klein und nicht jung. Er ist ganz dünn und zittert vor Kälte. "Er hat lange nichts zu Essen gehabt", sagt das Christkind.

Der Hund wird gestreichelt und mit Plätzchen gefüttert und dann kommt er ganz oben auf die Säcke. Bei Lea ist Bescherung. Zuerst wird die Weihnachtsgeschichte vorgelesen, die schönen alten Lieder werden gesungen und dann darf Lea ihre Geschenke auspacken. Es sind herrliche Sachen. Aber wo ist der Hund? Moment mal! Was ist denn da an der Haustür los? Die ist gerade aufgesprungen und ein eisig kalter Wind fegt von draußen herein. "Da ist ja mein Hund" , ruft Lea , " so ein lieber!" Leas Mama will etwas sagen. Leas Papa ist entsetzt. Aber der Hund schaut so nett und er friert ja auch so. Gleich muss er an die warme Heizung und was zu Fressen braucht er auch und ...Draußen vorm. Fenster stehen das Christkind und ein glücklicher Engel Lukas. "Das geht natürlich nicht bei allen Hundewünschen" , flüstert das Christkind, "wir hatten Glück in diesem Fall, alles kann ich nicht ... "Aber sehr vieles, denkt der Engel Lukas. Und das Christkind, das Gedanken lesen kann, schaut den Engel an und lächelt.

➤ Kategorie: Weihnachtsgeschichten

➤ entnommen aus "Vorlesegeschichten vom Christkind" von Astrid Mola und Gabriele Dal Lago (Erschienen bei Coppenrath).


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