Märchen und Kindergeschichten

Wann kommt das Christkind endlich?


Lara und David setzen gerade ihr Bodenpuzzle zusammen, als David auf einmal innehält und ganz tief seufzt. "Was hast du denn?", fragt Lara. "Ich kann es gar nicht mehr abwarten, bis das Christkind kommt." sagt David. "Wann ist es denn endlich da?" "Weißt du doch", meint Lara, "wenn wir das letzte große Türchen vom Adventskalender aufgemacht haben." "Das möchte ich am liebsten sofort aufmachen" , lacht David. Lara lacht auch: "Das geht aber nicht." "Weiß ich", murmelt David, "aber vielleicht kommt das Christkind ja doch schon eher!"

Mama, öffnet die Tür. Sie hat David Flügelchen auf seine weiße Jacke genäht. "Ich will auch so süße Flügelchen!", ruft Lara. „Aber du bist doch ein Hirte!", meint Mama. "Hirten sind auch sehr wichtig beim Krippenspiel!" "Mann, wann kommt das Christkind endlich?", fragt David. "Oh, bis dahin wird noch allerlei passieren", antwortet Mama.


"Was denn?", will David wissen. "Na, nächste Woche fangen wir an Plätzchen zu backen. Dann basteln wir goldene Sterne für den Weihnachtsbaum." "Darf ich ein paar Sterne an mein Fenster kleben?", fragt Lara. "Na klar", nickt Mama. "Dem Christkind soll es doch bei uns gefallen, wenn es die Geschenke bringt! Und euer Krippenspiel! Die Aufführung ist am vierten Advent, wenn wir die vierte Kerze vom Adventskranz anzünden. Dann dauert es gar nicht mehr lange." - "Kann das Christkind nicht vorher schon mal vorbeikommen?", erkundigt sich David. "Nein, " vorher nicht. - Und ihr wisst ja , das Christkind kommt auch nur dorthin, wo sich die Menschen vertragen und lieb haben " fügt Mama augenzwinkernd hinzu. Von nun an halten Laura und David Augen und Ohren offen. Huscht draußen nicht jemand am Fenster vorbei? War da nicht gerade ein ganz feines Läuten zu hören? Und Mama wundert sich: Wenn sich die Kinder zanken, was plötzlich nur noch selten vorkommt, vertragen sie sich ganz schnell wieder. Sogar ihr Zimmer räumen sie gemeinsam auf!

Eines Morgens wacht David auf und ruft laut: „ Mama!“ Mama kommt ins Kinderzimmer gestürzt. „Mama, Lara und ich sind sooo lieb. Wir vertragen uns fast immer. Und unser ganzes Haus sieht sooo schön nach Weihnachten aus. Aber das Christkind war immer noch nicht da!“ Mama muss lachen. „Ach, ihr zwei! Nur noch zweimal schlafen, dann kommt das Christkind. Das verspreche ich!“

Am Abend desselben Tages, die Kinder liegen schon im Bett, flüstert Lara: „Weißt du eigentlich, was ich alles auf meinem Wunschzettel gemalt habe?“ „Na klar, ein Kasperlekrokodil, noch ein Puzzle und zwei Videos“, sagt David leise, „hast du mir doch alles erzählt.“ „Ich habe auch noch aufgemalt, dass Opas Bein wieder besser wird“, flüstert Lara. „Das will ich auch“, flüstert David zurück, „und das sage ich dem Christkind jetzt.“

Am nächsten Morgen finden die Kinder Lametta auf dem Treppenabsatz. Engelshaar! Ja, und dann ist Weihnachten. Endlich kommt der Abend. Lara wispert: „Ich fühl das Christkind überall im Haus.“ In diesem Augenblick hören die Kinder das Glöckchen läuten. Die Tür zum Weihnachtszimmer öffnet sich - und staunend stehen David und Lara vor dem herrlich geschmückten Weihnachtsbaum.


➤ Kategorie: Weihnachtsgeschichten

➤ entnommen aus "Vorlesegeschichten vom Christkind" von Astrid Mola und Gabriele Dal Lago (Erschienen bei Coppenrath).


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