Mittagsschlaf

Mittagsschlaf: machen oder lassen?


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Für den Mittagsschlaf spricht…


Kinder haben im Allgemeinen ein hohes Schlafbedürfnis, allerdings ist es, wie so vieles, von Kind zu Kind verschieden. Es hängt unter anderem vom Alter, den Gewohnheiten, der Aktivität und der Gesundheit eines Kindes ab. Nur eines ist bei allen Kindern gleich: je älter sie werden, desto weniger Schlaf brauchen sie.

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Während des Schlafens verarbeiten Kinder neue Eindrücke und Erlebnisse. Ihr Körper baut Stresshormone ab, was einen wesentlichen Teil zur Ausgeglichenheit des Kindes beiträgt. Zudem werden Wachstumshormone ausgeschüttet und das Gedächtnis gestärkt – und das ist mehrfach wissenschaftlich erwiesen. Mittagsschlaf ist also gesund und wirkt sich positiv auf die Entwicklung aus. Schlafmangel hingegen birgt die Gefahr, dass das Gehirn des Kindes neue Informationen nicht ausreichend verarbeiten kann und damit dauerhaft überreizt ist. Auf lange Sicht gesehen kann sich das negativ auf die psychische und seelische Entwicklung des Kindes auswirken.

Nach dem Schlafen sind Kinder jedoch erholt und bereit für neue Erlebnisse und Reize. Erzieherinnen in Kitas schwören daher auf den Mittagsschlaf. Ebenso wie viele Eltern, denen das Stündchen Mittagsschlaf der Kinder oft heilig ist.
Gegen den Mittagsschlaf spricht…
Eine aktuelle Studie von Psychologin Karen Thorpe (Queensland University of Technology) und ihrem Team macht jedoch darauf aufmerksam, dass sich der Mittagsschlaf schlecht auf den Nachtschlaf von Kindern auswirkt. Dafür analysierten die Wissenschaftler viele Studien zum Thema Mittagsschlaf bei Kindern ab der Geburt bis fünf Jahre. Ein Ergebnis konnten sie dabei immer wieder finden: Die Kinder, die am Tag geschlafen hatten, schliefen nachts schlechter ein und litten allgemein unter Schlafstörungen. Vor allem Kinder ab zwei Jahren schienen davon betroffen zu sein.

Sollten wir den Mittagsschlaf zu Gunsten des Nachtschlafes also lieber abschaffen?
Das sagen die familie.de-Leser
Auf unserer Facebook-Seite wurde das Thema Mittagsschlaf heiß diskutiert. Einige Eltern konnten bestätigen, dass ihre Kinder mit Mittagsschlaf abends kaum ins Bett zu bekommen sind:

Mittagsschlaf? Nein, danke.
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    „Meine Große ist viereinhalb, wenn die mittags einschläft ( was selten vorkommt), dann ist die Katastrophe abends perfekt“

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    „Bei meinem Großen hatte ich da auch Probleme, da hat er nicht vor 22 Uhr geschlafen. Mit 2 wollte er keinen Mittagsschlaf mehr machen und da ist er abends auch schnell eingeschlafen."

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    „Schläft meiner im Kiga, schläft er abends vor um 10/11 nicht und auch unruhig.“


Bedeutend mehr Facebook-User aber konnten den Ergebnissen der Studie nicht zustimmen. Sie haben die Erfahrung gemacht, dass ihren Kindern der Mittagsschlaf gut tut – ohne Einschlafprobleme am Abend:

Mittagsschlaf? Auf jeden Fall.
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    „Wenn der Mittagschlaf ausfällt, sind meine Kinder abends so übermüdet und aufgedreht, dass sie nicht zur Ruhe kommen.“

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    „Unser Kleiner schläft nach dem Kindergarten mindestens zwei Stunden und geht trotzdem abends zwischen sieben und halb acht ins Bett.“

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    „Meine Kids brauchen 12 Stunden Schlaf insgesamt, mein Großer schläft auch mittags noch mit seinem Bruder gemütlich im großen Bett und wir hatten noch nie Probleme mit dem ins Bettgehen abends.“

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    „Keine Probleme, weder bei der 5-Jährigen noch beim kleinen 1-Jährigen!“

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    „Meine schlafen mittags und es gibt trotzdem keine Probleme, dass sie spätestens 19.30 ins Bett gehen. Würde ich meine nicht hinlegen mittags, würden sie halt irgendwo in der Wohnung auf dem Boden einschlafen.“

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    „Macht er am Wochenende keinen Mittagsschlaf, schläft er halb 9 ein und schläft bis früh um 8 durch. Ich merke da schon einen Unterschied. Er ist ja auch schon 4 Jahre.“



Und das sagen wir: Ein Kind sollte schlafen, wenn es möchte
Das klingt banal, ist beim Thema Mittagsschlaf aber wohl der beste Rat. Fest steht: Das Schlafbedürfnis nimmt mit zunehmendem Alter ab und verschiebt sich dabei gleichzeitig immer mehr Richtung Abend/Nacht. Jedoch lässt sich keine Altersgrenze festlegen, bis zu der ein Kind einen Mittagsschlaf braucht. Einige wenige Kinder kommen mit 18 Monaten schon gut über den Tag ohne nochmal zu schlafen, andere brauchen ihren Mittagsschlaf dafür noch bis ins Grundschulalter.

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Experten raten, Kindern im Kleinkind- und Vorschulalter die Möglichkeit zu bieten, Mittagsschlaf zu machen. Die beste Zeit dafür sei nach dem Mittagessen, zwischen 12 und 14.30 Uhr. Kindern ab zwei Jahren reichen schon eine bis zwei Stunden Schlaf aus. Länger sollte der Mittagsschlaf ab diesem Altern nicht mehr dauern, damit es abends nicht zu Einschlafproblemen kommt. Deshalb ist sanftes Wecken der Kinder ausdrücklich erlaubt.

Aber: Der Mittagsschlaf sollte nicht erzwungen werden, weder zu Hause noch in der Kita. Für Kinder ist es eine unheimliche Qual, so lange still im Bett liegen zu müssen, ohne müde zu sein. Deshalb raten wir dazu, eine Mittagsruhe einzuführen. Wenn Ihre Kinder also nicht schlafen möchten, dann sollten Sie sie dazu anhalten, in der Zeit nach dem Mittagsessen wenigstens ein bisschen zu ruhen. Dabei kann ein Hörbuch gehört, sich ein Buch angeschaut oder sich mit etwas anderem leise beschäftigt werden. Manche Kinder schlafen dabei trotzdem ein, andere akzeptieren die angeordnete Mittagsruhe zumindest eher als den Mittagsschlaf.


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