Nach Maria Montessori: „Hilf mir, es selbst zu tun“


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Motto der Montessori-Schule: „Hilf mir, es selbst zu tun“

Erstaunlich: Hier treffen sich täglich 460 Kinder, um sichtbar zufrieden und erfolgreich zu lernen. Darunter befinden sich auch 15 Kinder mit geistigen oder körperlichen Handicaps - die Montessori-Schule ist auch eine Integrationsschule.
Dass das so ist, hat vor allem mit der Begründerin der Montessori-Pädagogik zu tun: Die italienische Ärztin Maria Montessori (1870 -1952) arbeitete zunächst mit geistig behinderten Menschen, bevor sie 1907 das erste Montessori-Kinderhaus gründete. In den zwanziger Jahren gehörte sie zu den einflussreichsten Reformpädagogen. Zur Philosophie ihrer Erziehung zählt zuallererst der Respekt vor Kindern: sie zu achten, sie als ganzheitliche Menschen wahrzunehmen, ihre Einzigartigkeit und Würde anzuerkennen. Jungen und Mädchen werden zum selbstständigen Denken und Handeln ermuntert - und treffen frühzeitig eigene Entscheidungen. So legen die Kinder an einer Montessori-Schule selbst fest, wie sie sich einem Lernstoff annähern und wie lange sie sich mit ihm beschäftigen. Sie sollen zu eigenverantwortlichen, disziplinierten Menschen erzogen werden, die selbst die Initiative ergreifen. „Hilf mir, es selbst zu tun“, lautet deshalb einer der wichtigsten Grundsätze der Montessori-Pädagogik. Kinder stecken sich in Montessori-Schule Lernziele selbst Kinder begeistern sich dafür, dass sie sich ihre Lernziele selbst stecken können: Sie können beispielweis am Anfang des Monats eintrage, wann sie ein Diktat schreiben möchten und arbeiten dann auf dieses Ziel hin. Schon früh üben die Kinder in der Montessori-Schule, Referate zu halten, sie lernen frei zu sprechen und sammeln Anschauungsmaterial zur Erklärung komplizierter Zusammenhänge. Zum Beispiel für das Thema Vulkane: Da suchen sich Kinder erst mal Steine und bauen damit zum Erstaunen ihrer Mitschüler einen verblüffend echt wirkenden Mini-Vulkan. Diese Form des Lernens hat System: Anstatt lang und breit zu erklären, was eine Barrikade ist, geht der Lehrer mit der Klasse auf den Hof und baut eine Straßensperre. „Eigene Erfahrungen zu machen hat Priorität vor der Wissensvermittlung durch Bücher“ - so lautet das Motto. Und: Reine Paukerei steht nicht im Mittelpunkt. Viel wichtiger ist, bei einem Thema in Ruhe zu verweilen und gedanklich in die Tiefe zu gehen. Auch Friederike (12) genießt diese Form des Lernens - besonders im Vergleich zum konventionellen Unterricht in ihrer alten Schule: „Da stand der Lehrer an der Tafel und erklärte etwas. Fragen waren nicht erwünscht. Wir sollten eben alles möglichst sofort kapieren.“