Opas Geschichten verändert das Bild von den Eltern


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Opas Geschichten werfen ein neues Licht auf die Eltern

Die Abhängigkeit, die Kinder von ihren Eltern spüren, wird relativiert, wenn die Heranwachsenden erfahren, dass auch die eigenen Eltern unvollkommen sind oder waren. Im Halt und in der Orientierung, die Großeltern bieten, liegt die Chance, die Allmacht der Eltern zu begrenzen. Der Opa leistet damit einen Beitrag, um die Eltern zu erden, sie für ihre Kinder menschlicher zu machen. Wenn die Großeltern von ihren Kindern - von Vater und Mutter - erzählen, dann erfahren die Enkel manch verschwiegene Details aus dem Leben der eigenen Eltern. Sie hören, dass auch sie nicht perfekt waren. Und so manches Kind sieht seinen Vater und seine Mutter vom Sockel stürzen. „Mein Papa schimpft immer, wenn ich mit einer schlechten Note nach Hause komme“, erzählt der siebenjährige Elias. „Er tut immer so, als ob er ein ganz toller Schüler gewesen wäre. Ich konnte das aber  irgendwie nicht glauben. Eines Tages erzählte mir Opa, was für ein fauler Hund der Papa war und dass er ständig Ärger in der Schule gehabt hat. Jetzt glaub' ich Papa nicht mehr alles. Er ist irgendwie normaler geworden!“ Um nicht missverstanden zu werden: Der Opa macht seinen Sohn nicht schlecht oder tritt gar in Konkurrenz zu ihm. Großvaters Geschichten dienen vielmehr dazu, den Vater für Elias normaler erscheinen zu lassen. Opas Geschichten berichten davon, dass es neben der Schule und den Hausaufgaben ein Land der Freiheit und der Freizeit gab, in dem Kinder unbeobachtet und nicht ständig von Ermahnungen begleitet spielen, toben und sich ausprobieren konnten.