Papa-Phase: Wenn Mama abgeschrieben ist

Papa ist der Beste. Mama ist blöd. Fast alle Kinder stecken irgendwann in der Papa-Phase. Die Phase, in der der Vater angesagt ist, kann sich sogar wiederholen. Das steckt dahinter.


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Manche Mütter nehmen's locker, wenn das Kind in der Papa-Phase steckt, andere sind totunglücklich. Eins ist sicher: Wenn ein Kind nur noch nach dem Vater verlangt, hat das nichts damit zu tun, dass die Mutter abgewiesen wird. Im Gegenteil: Die Zuwendung zum Vater ist absolut positiv zu sehen. Es kann mehrere Ursachen für die Papa-Phase geben.

Papa mit Tochter


© istock
Autonomie: Die Papa-Phase mit 1 - 2 Jahren

Erst vor kurzem erzählte mir eine Freundin totunglücklich von der aktuellen Misere: Ihre Zwillinge (fast 2) wenden sich von ihr ab. Sie rufen ausschließlich nach "Papa, Papa". Sie als Mutter wurde sogar weggestoßen. "Was habe ich bloß falsch gemacht?", fragt sie sich. "Ich als Mutter reiße mir den A*** für die beiden auf und dann wollen sie nur zum Papa." - Die Antwort: Sie hat gar nichts falsch gemacht. Die Papa-Phase ist ganz normal. Das Kleinkind wendet sich von der ersten Bezugsperson ab und richtet sämtliche Wünsche an die ihr ebenfalls vertraute Person. Aber: Papa ist eben nicht die Person, die das Kind ausgetragen, gestillt, Tag für Tag gewickelt und getröstet hat. Und doch ist er absolut vertraut im Leben des Kindes. Das Kleinkind zeigt damit, dass es langsam zum autonomen Wesen wird. Vielmals geht dieses Verhalten auch mit der Trotz-Phase einher. Das Kind braucht seine Bezugsperson Nummer 1 nicht mehr ständig um sich herum. Der Radius vergrößert sich, das Kleinkind entdeckt sich selbst und sagt manchmal auch schon "Ich". Übrigens: Insbesondere Zwillinge brauchen ein bisschen länger als Einlings-Kinder, um die Autonomie-Phase zu erreichen. Sie müssen sich nicht nur von der Mutter lösen, sondern müssen auch erkennen, dass die Schwester/der Bruder eine andere Person ist.
Wildes Spielen: Die Papa-Phase mit 2 - 4 Jahren
Wenn sich der Spieltrieb immer weiter ausbildet, ist es gut möglich, dass Papa wesentlich höher im Kurs als Mama steht. In vielen Familien spielt die Mutter anders mit dem Kind als der Vater. Beim Papa geht es wilder zu. Die Schaukel schwingt höher, der Papa wirbelt seine Tochter oder seinen Sohn schnell durch die Luft oder liefert sich wilde Verfolgungsjagden und Kitzelattacken. Mit Mama ist öfter mal lesen, basteln oder Memory spielen angesagt.
Geschlechterrolle: Die Papa-Phase ab 3 Jahren
Ab etwa drei Jahren sind sich Kinder darüber bewusst, dass es unterschiedliche Geschlechter gibt. Manche Töchter binden sich in dieser Zeit noch mehr an die Mutter und manche Söhne an ihre Väter. Auch dies ist eine mögliche Begründung für die Vater-Phase.
Wenn die Papa-Phase bleibt

Auch diese Variante erleben viele Väter: Manchmal ist es schlicht und einfach genetisch bestimmt, dass Papa und Sohn oder Tochter sich besonders nahe sind. Oftmals ist dieses unsichtbare Band von Beginn an zwischen dem Vater und seinem Kind. Und: Es wird für immer bestehen bleiben. Die beiden verstehen sich blind. Die Mutter ist dennoch nicht außen vor. Jedes Familienmitglied findet seine Rolle und jeder hat einen wichtigen Stellenwert.
Klare Regeln: So verhalten sich Mama und Papa am besten

Wie reagieren? Schlecht wäre, wenn der Vater sich der Mutter zuliebe vom Kind abwendet. Genauso schlecht wäre es aber auch, wenn Vater und Kind die Mutter ausschließen. Als Vater sollte man sich auf jeden Fall auch in dieser Phase an die geltenden Familien-Regeln halten, um der Mutter nicht in den Rücken zu fallen. Übrigens: Spätestens wenn das Kind Ruhe und Schutz sucht, kehrt es wieder in Mamas Arme zurück.


Ganz wichtig:
Nehmen Sie die Abwendung von der Mutter nicht persönlich. Wenn Ihr Kind "Mama ist blöd" sagt, ist dies auch nicht hart zu bewerten. Ihr Kind ist eben noch nicht in der Lage Sprache korrekt anzuwenden. Auch wenn die Ablehnung hart erscheint, ihr Kleines wird damit mehr und mehr zu einem selbstständigen Menschen.

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Autorenbild Hella Brunke

von Hella Brunke




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