Richtig auf Schulzeugnisse reagieren

Bei guten Schulzeugnissen sind von den Eltern Lob und Belohnungen gefragt - bei schlechten Zensuren brauchen Kinder dagegen Trost und Unterstützung.


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Schulzeugnisse


© Thinkstock
Das Ende des Schuljahres naht – und mit ihm die Schulzeugnisse. Viele Schüler können auf überdurchschnittliche Leistungen und damit gute Noten zurückblicken. Andere Kinder müssen um gute Zensuren und vielleicht sogar die Versetzung bangen, zum Beispiel, weil sie in einem Hauptfach zwischen einer Vier und einer Fünf stehen. Das kann nicht nur für die Kinder selbst eine Belastung sein, auch für Eltern ist es nicht immer leicht, gelassen zu bleiben.

Kindern bei schlechten Schulzeugnissen keine Vorwürfe machen


Obwohl sich gerade im zweiten Schulhalbjahr in den meisten Fächern eine Notentendenz nach oben oder unten abzeichnet, sind manche Eltern doch entsetzt, wenn dann in den Schulzeugnissen mittelmäßige oder schlechte Noten stehen, sagt die Psychologin Annika Lohstroh aus Hamburg. „Aber Vorwürfe bringen nicht weiter. Gefragt ist in erster Linie Trost für das Kind. Ist es frustriert, sollte man es in den Arm nehmen“, sagt die Expertin. Für Kinder sei es wichtig zu wissen, dass sie sich mit Sorgen und Nöten jederzeit an die Eltern wenden können, sagt die Expertin.

Die Eltern wiederum sollten sich klarmachen, dass auch Schüler mit schlechten Noten später große berufliche Erfolge feiern können. In einem zweiten Schritt sollten Eltern und Kind gemeinsam herausfinden, wie das schlechte Schulzeugnis konkret zustande gekommen sind, um anschließend Strategien für eine Verbesserung zu entwickeln. „Auf diese Weise lernen Kinder gleichzeitig problemlösendes Vorgehen“, ist Psychologin Annika Lohstroh überzeugt. 

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Bei guten Schulzeugnissen Kinder belohnen

Und was, wenn Kinder mit guten Schulzeugnisnoten nach Hause kommen? Dann dürfen Eltern sie für diese Anstrengungen gerne belohnen, etwa mit einem besonderen Ausflug oder der Erfüllung eines anderen Wunsches. Das gilt auch für alle Fälle von Notenverbesserungen – denn einen Notenschnitt etwa in Mathematik von 4,5 auf 3,7 zu heben, ist eine Leistung, die es zu würdigen gilt.

Nach der Schulzeugnisübergabe sollten sich Kinder auf die großen Ferien freuen dürfen. Die Sommerferien sind nötig, um nach Herzenslust zu spielen, seinen Hobbys nachzugehen, Neues auszuprobieren und mit Freunden etwas zu unternehmen. Und natürlich, um mit den Eltern eine entspannte Zeit fernab von Stundenplan und Zensuren zu verbringen. „Auch in einer Leistungsgesellschaft brauchen Kinder Zeit, um Kind zu sein. Und genau dafür sind die Ferien da“, sagt Annika Lohstroh.

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Auch andere Dinge sind wichtig

Zusammengefasst ist es also wichtig, dem Kind zu vermitteln, dass die Noten in der Schule zwar wichtig sind, aber nicht alles sind, das im Leben zählt. Als Eltern müssen Sie Ihrem Kind klar machen, dass schlechte Noten es noch lange nicht zu einem schlechten Menschen machen. Vielmehr sollten Sie, nachdem Sie der Ursache der schlechten Noten nachgegangen sind und ihr Kind in diese Richtung passend unterstützen und fördern, dem Nachwuchs auch klar machen, dass im Leben noch so viel mehr zählt: Charakter, Einsatz und der Glaube an sich selbst.

Um Ihrem Kind das zu vermitteln, haben wir hier ein kleines Zeugnis der anderen Art für Sie vorbereitet. Das „Zeugnis von Mama“ zeigt den Kleinen, dass es nicht nur auf Schulnoten drauf ankommt.

Der Charakter zählt - nicht nur die Schulnoten


© familie.de
Hier gibt es das Zeugnis als pdf zum Ausdrucken.




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