
Wie die aktuelle PISA-Studie zeigt, ist die Lesekompetenz deutscher Schüler mittelmäßig. Der Abstand zu den Spitzenländern ist nach wie vor groß.
Bei der aktuellen, vierten PISA-Studie wurden im Jahr 2009 eine halbe Million 15-jährige Schülerinnen und Schüler in 65 Ländern getestet. Der Schwerpunkt der von der OECD durchgeführten Untersuchung lag dieses Mal auf der Lesekompetenz.
Im Vergleich zur ersten PISA-Studie im Jahr 2000 konnte sich Deutschland verbessern und liegt heute im OECD-Mittelfeld. Die Lesefähigkeiten deutscher Schüler sind auf einer Ebene mit denen Gleichaltriger in den USA, Schweden, Frankreich und Großbritannien. Der Abstand zu den Spitzenländern Korea, Finnland, Kanada und Japan ist jedoch immer noch beträchtlich. Am schwersten fällt deutschen Schülern laut PISA-Studie das Reflektieren und Bewerten. Auch zwischen Mädchen und Jungen gibt es in puncto Lesekompetenz deutliche Unterschiede.
In keinem anderen Land hängt die schulische Leistung so stark vom schulischen Umfeld ab wie in Deutschland. Wie die OECD enthüllt, wirkt sich ein "sozial ungünstiges Schulumfeld" besonders stark auf die Leistungen von Kindern aus sozial schwachen Familien aus.
Nach wie vor liegen die Leistungen von Kindern mit Migrationshintergrund hinter denen von gleichaltrigen Einheimischen. Laut den aktuellen PISA-Ergebnissen unterscheiden sich die Leistungen von Schülern, die zuhause deutsch sprechen beziehungsweise nicht deutsch sprechen allerdings nicht mehr so deutlich, wie das noch vor zehn Jahren der Fall war.
Die Kompetenzen in Mathematik und den Naturwissenschaften wurden in der aktuellen PISA-Studie ebenfalls gemessen. Deutsche Schüler waren in diesen Bereichen schon in der Vergangenheit überdurchschnittlich gut. In Mathematik stiegen die Leistungen in den letzten sechs Jahren nochmals an.
"Bessere Schulleistungen sind ein wichtiger Faktor für künftiges Wirtschaftswachstum", so OECD-Generalsekretär Angel Gurría. "Pisa zeigt allerdings auch, dass zwei Länder mit ähnlichem Wohlstandsniveau sehr unterschiedliche Ergebnisse bei den Schulerfolgen haben können." Wohlhabendere Länder haben nicht zwingend die besseren Schulsysteme. Wie die aktuelle PISA-Studie zeigt, können auch weniger entwickelte Länder herausragende schulische Leistungen erzielen. Dies beweisen beispielsweise die sehr guten Ergebnisse der Schüler aus den chinesischen Regionen Shanghai und Hongkong.
Die PISA-Studie 2009 macht außerdem deutlich, dass erfolgreiche Schulsysteme mit überdurchschnittlichen Leistungen und geringen sozio-ökonomischen Ungleichheiten den Schülern einheitliche Bildungschancen bieten, egal wie hoch der gesellschaftliche Status und das Einkommen der Eltern sind.
(Quelle: OECD)
tat

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