
Eine Schulstunde soll nicht mehr 45 Minuten dauern. Hirnforscher haben herausgefunden, dass sich die Länge besser nach dem Unterrichtstoff richtet
Die Zeit der 45 minütigen Schulstunde könnte bald vorbei sein. Die Verantwortlichen müssten den „üblichen 45-Minuten-Takt aufbrechen“, sagte der Ulmer Hirnforscher Manfred Spitzer in einem Interview mit der aktuellen „Apotheken Umschau“. Viele Erkenntnisse, die Spitzer in seinem Netzwerk Gehirnforschung und Schule gewonnen hat, könnten die Stundenplangestalter an den Schulen vor neue Herausforderungen stellen.
Spitzer spricht sich nämlich dafür aus, die Länge der Stunden an das Unterrichtsfach zu koppeln. Für den Sprachunterricht z.B. seien 45 Minuten viel zu lang, während in mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächern 45 Minuten nicht ausreichten, um komplexe Probleme verständlich darzustellen.
Ein weiteres Ergebnis der Forschung: Kinder lernen Vokabeln besser, wenn sie sich dabei bewegen. Spitzer Kollege Henning Scheich von Universität Magdeburg betont, wie wichtig es sei, das am Vormittag Gelernte am Nachmittag zu wiederholen. Nur so werde das Wissen im Langzeitgedächtnis verankert. Scheich plädiert deshalb für Ganztagsschulen.

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