
Wie Kinder lernen, Hausaufgaben selbstständig, rasch und sorgfältig zu erledigen und wie Sie Ihrem Kind dabei helfen.
In vielen Familien sind Hausaufgaben ein Dauerbrenner, führen zu Streit und Diskussionen, manchmal sogar zu Tränen. Die meisten Kinder müssen erst lernen, Schulaufgaben selbstständig, zügig, sorgfältig und vollständig zu machen – und zwar auch, wenn den Kindern der Sinn der Hausaufgaben nicht einleuchtet.
Sinn nämlich haben die laut der Pädagogin und Buchautorin Dr. Birgit Ebbert ganz gewaltig: „Hausaufgaben sollen das in der Schule Gelernte vertiefen, den Wissensstand überprüfen und zu selbstständigem Arbeiten anregen. Außerdem haben sie einen erzieherischen Wert, indem sie Kinder dazu anhalten, ihre Pflichten zu erfüllen und Prioritäten zu setzen.
Zuviel helfen, so der Hamburger Erziehungswissenschaftler Peter Struck, sollten Eltern bei den Hausaufgaben nicht: „Hausaufgaben sind das ureigene Betätigungsfeld des Schülers.“ Eltern, die glauben, die Schulkarriere ihres Kindes durch aktive und ständige Hausaufgabenhilfe fördern zu können, hält der Pädagoge eine Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung entgegen. Die besagt, dass Schüler einen höheren Wissenstand erreichen, wenn sie ihre Schulaufgaben selbstständig erledigen.
Zu viel elterliche Hilfe, darauf verweist auch die Erziehungswissenschaftlerin Britta Kohler, bringt das Kind um „das schöne und beflügelnde Erlebnis, eine Aufgabe ohne Unterstützung bewältigen zu können“. Fühlt sich das Kind längere Zeit unverstanden und unter Druck gesetzt, kann das im schlimmsten Fall zu Schulverdrossenheit führen.
Also lieber gar nicht helfen? Auch das wäre falsch. Es gibt so viele sinnvolle Möglichkeiten der Hausaufgabenhilfe. Helfen sollten Eltern in der Regel aber erst dann, wenn das Kind dies ausdrücklich wünscht. Und: Unterstützung bei den Hausaufgaben sollte immer Hilfe zur Selbsthilfe sein und das Kind befähigen, möglichst bald ohne sie auszukommen. „Die Kunst des Helfens besteht darin, dem Kind in bestimmten Situationen ganz gezielt zur Seite zu stehen – und das möglichst selten.“, so Schulexperte Peter Struck.
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