Schuleingangsuntersuchung

Vor dem Start in die Schule steht die Schuleingangsuntersuchung an. Diese Untersuchung ist KEIN  Test, vor dem sich das angehende Schulkind und seine Eltern fürchten müssen - sondern hier soll geklärt werden, ob das Kind vor dem Schulstart noch Unterstützung oder Förderung benötigt. Eine tolle Chance also, um etwaige Defizite auszugleichen um dann gut in die Schule zu starten. Was Vorschulkinder (und ihre Eltern) bei der Untersuchung zur Einschulung erwartet, erfahren Sie hier.


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Was wird bei der Schuleingangsuntersuchung untersucht?


Schon lange vor dem eigentlichen Schulbeginn beginnt der aufregende Endspurt in Richtung Schule. Ein wichtiger Teil davon ist die Schuleingangsuntersuchung, die im letzten Kindergartenjahr stattfindet. Die allermeisten Kinder freuen sich jetzt auf die Schule, sie wollen zeigen, was sie schon können und sind wissbegierig. Eine wichtige Voraussetzung für einen guten Schulstart! Und gleichzeitig ein Punkt, der bei der Schuleingangsuntersuchung überprüft wird. Insgesamt werden bei der Schuleingangsuntersuchung (SEU) die körperlichen, sozialen, seelischen und kognitiven Fähigkeiten untersucht.


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Wichtige Fragen sind beispielsweise:
• Bringt das Kind Motivation und eine gewisse Lernbereitschaft mit?
• Ist es schon in der Lage, lang genug stillzusitzen, um die langen Schultage zu bewältigen?
• Kann es sich längere Zeit am Stück konzentrieren
• Kann sich das Kind in eine Gruppe einfügen und neue Freundschaften schließen?
• Kann es mit kleinen Frustrationen fertig werden?
Neben all diesen Punkten wird auch seine körperliche Entwicklung untersucht, ein Hör- und Sehtest wird durchgeführt. Überprüft wird auch: Erfüllt es die grob- und feinmotorischen Anforderungen, die dann fürs Schreiben lernen so wichtig sind? Und ganz wichtig: Wie weit ist das Kind in seiner Sprachentwicklung?
Ist mein Kind schon schulreif?
Damit ist die Untersuchung eine wertvolle Hilfestellung und bei „Kann-Kindern“ auch eine Entscheidungshilfe bei der Frage, ob das Kind schon in die Schule darf oder lieber noch ein Jahr ein Jahr mit Spielen und Träumen im Kindergarten verbringen sollte. Nach der Untersuchung bekommen die Eltern eine  Empfehlung an die Hand, ob ihr Kind schon reif für die Schule ist.

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Machen Sie den Test und erfahren Sie, ob Ihr Kind den Schulalltag schon bewältigen könnte.


Die letztendliche Entscheidung liegt aber bei der Schule und bei den Eltern. Das eigentliche Ziel der Untersuchung ist aber nicht die Unterscheidung in „schulreif“ und „nicht schulreif“  - sondern der Hinweis auf kleine Auffälligkeiten, um bei Entwicklungsrückständen und Schwächen rechtzeitig geeignete Fördermaßnahmen zu ergreifen. Zum Beispiel im sprachlichen Bereich einen Logopäden aufzusuchen, im motorischen Bereich vielleicht zum Ergotherapeuten zu gehen oder bei mangelnden Deutschkenntnissen mit einem Deutschkurs noch ein bisschen an der Sprache zu arbeiten. „Ziel ist es, jedem Kind die schulischen Bedingungen zu ermöglichen, die es braucht, um erfolgreich lernen zu können.“, so fasst die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung das Ziel zusammen.

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Wie läuft die Untersuchung zur Einschulung ab?

Das Screening zur Einschulung ist in allen deutschen Bundesländern Pflicht, die Durchführung und die Modalitäten können sich allerdings von Land zu Land ein bisschen unterscheiden. So finden die Untersuchungen teils in der Schule, teils im Kindergarten und manchmal auch im Gesundheitsamt statt. Sie bekommen eine schriftliche Einladung – der Termin liegt dann im Zeitraum Dezember bis März, damit genug Zeit für eventuell notwendige Fördermaßnahmen bleibt.
Die Eltern sind üblicherweise bei der Untersuchung dabei. Das Kind fühlt sich mit Mama oder Papa an der Seite sicherer, und die Ergebnisse können danach gleich mit den Eltern besprochen werden. Die begleitenden Eltern (Großeltern, Geschwister, die Tagesmutter etc. sind bei der Untersuchung nicht erwünscht!) werden allerdings angehalten, sich im Hintergrund zu halten und sich nicht einzumischen. Ein Schularzt, bzw. eine Schulärztin führt die Untersuchung durch, die zwischen 30 und 60 Minuten dauert. Da das Screening in jedem Bundesland anders aussieht und auch jeder Arzt die Untersuchung unterschiedlich handhabt, können wir Ihnen nur einige Anhaltspunkte liefern, was die Vorschulkinder erwarten könnte:


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➤ Hör- und Sehtest
➤ Überprüfung von Größe und Gewicht (BMI)
➤ Grobmotorik: Hüpfen, Balancieren, Hampelmann
➤ Feinmotorik: Stifthaltung, Malen, evtl. den eigenen Namen schreiben
➤ Überprüfung der sprachlichen und sozialen Kompetenzen  an Hand einiger unverfänglicher Fragen
➤ Zahlen auf einem Würfel ablesen
➤ Zusammenhänge erkennen: oben / unten, größer / kleiner
➤ Alltägliche Oberbegriffe nennen (z.B. Obst für Erdbeeren, Äpfel und Zitronen)
➤ Erfundene Wörter nachsprechen
➤ Bei einer Bildergeschichte die Bilder in die richtige Reihenfolge bringen
➤ Vorlage des Impfbuches und der Vorsorgeuntersuchungen
➤ Rechnen und Schreiben sind KEINE Voraussetzung!
 
Die Ergebnisse der Untersuchung bekommen Sie in schriftlicher Form, sie müssen dann bei der Einschulung vorgelegt werden.
{{SNIPPET_PH:}} Untersuchung zur Einschulung oft mit Unsicherheiten verbunden
Oft ist die Schuleingangsuntersuchung mit Ängsten und Unsicherheiten verbunden. Nicht selten versuchen Eltern vorab zu erfragen, was bei der Untersuchung überprüft wird, um mit ihren Kindern gezielt zu üben. Das ist aber nicht Sinn der Sache! Bei der Schuleingangsuntersuchung handelt es sich NICHT um eine Prüfung, auf die man sich vorbereiten muss. Ganz im Gegenteil: Je entspannter Sie mit Ihrem zukünftigen Erstklässler bei dem Termin erscheinen, umso besser kann sich der Schularzt oder die Schulärztin ein Bild vom Entwicklungsstand Ihres Kindes machen. Und genau darum geht es: In lockerer Atmosphäre schauen, ob das Kind den Anforderungen des Schulalltags schon gewachsen ist – oder ob es in bestimmten Punkten noch Förderbedarf hat. Dr. Helga Ulbricht, Leiterin der Schulberatung in Bayern betont: „Das Screening enthält nichts, was der Kindergarten nicht angeboten hätte, z.B. Zählen, Farben benennen, Sätze sprechen etc.. Es gibt keinen Grund, hier zu üben!“
Werden Defizite festgestellt, von denen Sie vorher nichts wussten, sprechen Sie unbedingt die Erzieherin im Kindergarten darauf an. Sie hat den besten Blick auf Ihr Kind und auch die Möglichkeit, Vergleiche zu ziehen. Sollte die Empfehlung lauten, dass Ihr Kind zum Logopäden und Ergotherapeuten geht, ist das kein Makel, sondern eine gute Chance, kleine Defizite auszugleichen, bevor dann im Sommer die Schule losgeht.
„Nur wenn beim Screening besorgniserregende Beobachtungen gemacht werden, wird das Kind in das sogenannte Schulspiel bzw. in den Schuleingangstest aufgenommen. Darüber entscheidet bei schulpflichtigen Kindern die Schulleitung der Grundschule“, so Dr. Helga Ulbricht. Nicht schulpflichtige Kinder, die erst im Folgejahr sechs Jahre alt werden und vorzeitig eingeschult werden sollen, müssen am Schulspiel teilnehmen. Sie benötigen ein schulpsychologisches Gutachten, weil sie noch sehr jung sind. Über die Einschulung oder Zurückstellung aller Kinder, die noch bis Jahresende das sechste Lebensjahr erreichen, entscheidet die Schulleitung. Hier kann natürlich der Schulpsychologe hinzugezogen werden.
Schuleingangsuntersuchung: Kein Ersatz für die U9
In manchen Regionen wird die schulärztliche Untersuchung auch durch die U9 beim Kinderarzt ersetzt. Sollte das in Ihrem Bundesland nicht der Fall sein, sollten Sie neben der schulärztlichen Untersuchung unbedingt auch den Termin beim Kinderarzt zur U9 wahrnehmen.  Denn bei der U9 stehen Entwicklungs- und Gesundheitsprobleme im Fokus, die bei der Schuleingangsuntersuchung gar nicht untersucht werden können und dürfen. Bei der Schuleingangsuntersuchung dagegen liegt das Hauptaugenmerk auf den sozialen, geistigen und motorischen Fähigkeiten des Kindes.
Schulpflicht: Von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich
Jedes Bundesland hat sein eigenes Schulgesetz, das regelt, wann die Schulpflicht startet (d.h. wann der sogenannte Stichtag ist, ab dem Kinder schulpflichtig sind). Die Möglichkeiten der früheren Einschulung oder der Rückstellung unterscheiden sich ebenfalls von Bundesland zu Bundesland. In der Regel kommen in Deutschland aber Kinder mit sechs in die Schule.

Wenn Sie organisatorische oder inhaltliche Fragen zur Schuleingangsuntersuchung haben, ist das örtliche Gesundheitsamt der beste Ansprechpartner.



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