Schulnoten-Typen: Das Glück-und-Pech-Kind

Typ 3: das Glück-und-Pech-Kind. Dieser Typ verwechselt Schulnoten leicher schnell mit Sympathie und Antipathie des Lehrers. Das heißt schlechte Noten treffen diese Schüler ganz besonders. So können Sie Ihrem Kind helfen, damit umzugehen.


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Das Glückskind verwechselt Schulnoten mit Sympathie und Antipathie.


© Thinkstock
Das Glück-und-Pech-Kind
Vor allem Grundschüler, für die Zensuren etwas Neues sind, verwechseln Schulnoten mit Sympathie und Antipathie des Lehrers. Auch bei Svenja Klaus aus Schmalfeld (Schleswig-Holstein) hatte es in den ersten Schuljahren den Anschein, dass sie eine schlechte Zensur als Liebesentzug der Lehrerin verstand. „Bei einer guten Zensur kam sie immer zu mir und hat sich bedankt. Als sie in Mathe und Deutsch schlechte Noten bekam, war sie ziemlich betrübt. Ich habe ihr aber gesagt, dass das eine nichts mit dem anderen zu tun hat und dass ich sie trotzdem gern habe“, berichtet ihre Lehrerin Dörte Krüger. Irgenwann platzte aber der Knoten bei Svenja. Wohl auch, weil ihre Mutter ihr sachte klarmachte, dass Zensuren etwas mit Fleiß, Leistung und Lernen zu tun haben. Heute sagt das Mädchen selbst: „Wenn ich lerne und alles weiß, gibts eben eine gute Zensur. Und wenn nicht, na ja, dann gibts eben auch mal eine schlechte.“

Experten-Fazit:
Statt Verantwortung zu übernehmen, ergeben sich diese Schüler manchmal in ihr Schicksal. Sie verstehen nicht, dass die Zensur von ihrem Lern-Einsatz abhängt. Eine schlechte Note empfinden sie als persönliche Ablehnung des Lehrers, eine gute als große persönliche Wertschätzung. Zensuren sind für sie reine Glückssache und Sympathiebeweis. Ihnen fällt es schwer, aus der Notengebung Schlussfolgerungen für ihr weiteres Lernen zu ziehen.

Tipps für die Eltern:
Aufklärung ist die Grundlage für Verantwortung. Machen Sie darum Ihrem Kind von der ersten Klasse an behutsam, aber deutlich klar, dass Lob und gute Schulnoten für Einsatz und Lernfortschritte vergeben werden. Beziehen Sie Stellung sowohl bei guten als auch bei schlechten Noten. Loben Sie bei guten Zensuren den Einsatz Ihres Kindes. Bei schlechten Noten geben Sie eine ehrliche Einschätzung seiner Leistungen und suchen Sie mit ihm die Fehler in Diktat oder Mathearbeit. Erklären Sie sie ihm und finden Sie einen gemeinsamen Lösungsweg. Nehmen Sie ihm aber nicht die Verantwortung fürs Lernen ab. Schüler lernen weder für die Lehrer noch für die Eltern, sondern immer für sich selbst.