Privatschulen: Montessori und Waldorf

Unter Privatschule versteht man kostenpflichtige Schulen unter freier Trägerschaft, die aber meist auch staatlich anerkannte Abschlüsse oder die Möglichkeit zum Übertritt auf öffentliche Schulen bieten. Häufig steht eine Privatschule für ein bestimmtes pädagogisches Prinzip oder eine Weltanschauung. Auch Internate sind bis auf wenige Ausnahmen Privatschulen.


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Montessorischule



Staatliche Schule oder Privatschule?

Staatliche Schule oder Privatschule?


© Thinkstock
Mehr als 400 Schulen in Deutschland unterrichten nach den Grundsätzen von Maria Montessori. Drei Viertel davon sind Grundschulen. Das Konzept gründet sich auf selbstbestimmtes und selbstständiges Lernen, nach persönlichem Rhythmus und Bedürfnissen. Das Kind wird in der Montessori-Pädagogik als "Baumeister seiner selbst" angesehen, das das Lernen als natürliche Freude begreift. Es gibt keine nach Jahrgängen getrennten Klassen, gelernt wird gemeinsam in altersübergreifenden Gruppen. Die ausgebildeten Montessori-Lehrer geben dabei Hilfestellung und Anregungen. Neben der sogenannten Freiarbeit gibt es im Tagesablauf aber auch gebundenen Unterricht nach amtlichem Lehrplan, um den späteren Übertritt an staatliche weiterführende Schulen zu gewährleisten.

Fazit:
Das pädagogische Konzept der Montessorischule stellt das Individuum in den Vordergrund, Kinder werden zur Selbstständigkeit und Selbstverantwortlichkeit erzogen. Kinder von Eltern, deren Erziehungsprinzip mit dieser Philosophie übereinstimmt, sind hier sicher gut aufgehoben. Druck, Kritik und Strafen sind in diesem System unerwünscht, das heißt aber auch, dass der spätere Wechsel für den Schulabschluss auf eine Regelschule mit Prinzipien wie Disziplin und Leistung möglicherweise schwerfällt.
Waldorfschule
Die Pädagogik der Waldorfschulen geht auf den Anthroposophen Rudolf Steiner und dessen ganzheitlichen Ansatz zurück. Das Kind soll in Ehrfurcht aufgenommen, in Liebe erzogen und in Freiheit entlassen werden. Die Schüler sollen sich nicht nur geistiges Wissen aneignen, sondern gleichermaßen musisch, künstlerisch, handwerklich und gymnastisch geschult werden. Auf klassische Lehrpläne und Notengebung wird zugunsten von detaillierten Leistungsbeschreibungen verzichtet. Im Normalfall bleiben die Kinder von Anfang bis zum Ende ihrer Schulzeit, also höchstens zwölf Jahre, auf der Waldorfschule und können dort alle Abschlüsse ablegen, die auch an staatlichen Schulen angeboten werden.

Fazit:
Für Kinder mit ausgeprägter kreativer Begabung und für Eltern, die für ihr Kind eine künstlerisch und ganzheitlich geprägte Ausbildung wünschen, ist die Waldorfschule empfehlenswert. Zudem wird auf Auslese, Leistungsdruck und Bewertung in Form von Noten verzichtet. Allerdings gibt es auch keine festgelegten Lehrpläne, ein späterer Schulwechsel auf eine Regelschule könnte daher problematisch sein. Wenn Sie sich für die Erziehung Ihres Kindes in einer Waldorfschule entscheiden, dann sollten Sie diese Entscheidung für die gesamte Schulzeit treffen.