So können Kinder ihre Gefühle spielerisch äußern


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So können Kinder ihre Gefühle spielerisch äußern

  • Familienkummerkasten
    Hier können die Kinder (und ihre Eltern) ihre kleinen und großen Sorgen, Nöte und Ärger aufschreiben und in einen zum Kummerkasten umfunktionierten Schuhkarton mit Schlitz stecken. Einmal in der Woche bespricht die Familie dann, was passiert ist und wie sich das eine oder andere Problem vielleicht lösen ließe. Kinder lernen dadurch, ihre Gefühle in Worte zu fassen, und auch, Wut und Ärger in konstruktive Bahnen zu leiten. Geeignet ab etwa acht Jahren.
  • Stimmungsuhr
    Schneiden Sie mit Ihrem Kind einen Pappkreis aus, der in vier Felder eingeteilt wird. Dann schreiben Sie in die Viertel: wütend, traurig, glücklich, fröhlich. Vielleicht malt Ihr Kind auch noch die entsprechenden Gesichter dazu. In die Mitte wird ein beweglicher Zeiger befestigt. Mit der Gefühlsuhr kann ihr Kind Ihnen von nun an mitteilen, in welcher Stimmung es ist.
  • Gefühle sortieren
    Kinder lieben es, in Zeitschriften rumzuschnippeln. Machen Sie daraus ein schönes Spiel. Schneiden Sie Gesichter aus und sortieren Sie sie gemeinsam: Fröhliche Gesichter, ängstliche, traurige, überraschte, ernste und lachende. Kinder werden nach und nach immer mehr Nuancen feststellen - und lernen, sie zu erkennen und zu benennen.
  • Vertrauensspiele
    Ihr Kind schließt die Augen. Mit einer Rassel legen Sie nun die „akustische Spur“, dem das Kind blind folgt. Das erfordert Vertrauen vom Geführten sowie Verantwortungsgefühl und Vorausdenken vom Führenden. Dann werden die Rollen getauscht!
Kinder und Gefühle: Interview mit Erziehungwissenschaftlerin Liebertz Die Erziehungwissenschaftlerin Charmaine Liebertz, Leiterin der Gesellschaft für ganzheitliches Lernen, über den Zusammenhang von Gefühl und Lernerfolg Familie&Co: Stören Gefühle beim Lernen?
Charmaine Liebertz: Im Gegenteil! In der Hirnforschung weiß man heute: Denken und Fühlen sind eine Einheit. Es gibt keine separaten Gehirnareale, in denen nur gedacht oder nur gefühlt wird. Es gibt keine Sekunde, in der wir nicht gleichzeitig denken und fühlen. Und nachhaltiges Lernen findet dann statt, wenn sogenannte emotionale Marker, also besonders starke Gefühle, Lerninhalte als bedeutsam markieren. Lachen und Lernen bilden dann ein Traumpaar. Wie kann man sich das genau vorstellen?
Nun, ein gutes Beispiel ist unsere eigene Einschulung. Die meisten von uns können sich ihr Leben lang daran erinnern, welche Farbe ihre Schultüte hatte und ob an diesem Tag die Sonne schien. Dies vermag unser Gedächtnis nur zu leisten, weil wir an diesem Tag besonders starke Gefühle haben. Welche Bedeutung hat der Lehrer bei all dem?
Die Beziehung, die Kinder zu ihrem Lehrer oder ihrer Lehrerin aufbauen, ist entscheidend für den Lernerfolg. Deshalb ist es auch sehr positiv, dass in der Grundschule immer häufiger Zweierteams die Klasse betreuen. So haben Kinder eine größere Chance, jemanden zu finden, zu dem sie eine gute Beziehung aufbauen können. Das ist ganz wichtig, denn Gefühlsprobleme verhindern das Lernen. Die Persönlichkeit eines Lehrers und sein Einfühlungsvermögen sind mindestens genauso wichtig wie seine fachliche Kompetenz. Was können Eltern tun, um ihren Kindern ein emotionales Lernen zu ermöglichen?
Sie sollten ihre Vorstellung von Leistung überdenken. Die Ergebnisse der PISA-Studie und die großen Veränderungen der Wirtschaft führen dazu, dass viele Eltern einen einseitigen Leistungsbegriff entwickeln. Sie fordern immer mehr kognitive Extraleistungen in Kindergarten und Schule, damit ihr Kind bloß keine Chance verpasst. Aber erfolgreiches Lernen ist keine Frage der Quantität, sondern vielmehr der Qualität. Und Bildung ohne Herzensbildung ist keine Bildung. Eltern sollten sich die Gelassenheit erhalten und ihren Kindern auch Zeit für scheinbar Nebensächliches lassen.