So lernen Kinder Konflikte sinnvoll zu lösen

Eltern können ihre Kinder  prima beim Lernprozess unterstützen, Konflikte selbstständig zu lösen.


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Beim Streiten gilt: lieber vorbeugen


„Raufregeln“ einführen: Nicht spucken, nicht beißen, nicht schlagen. Und ein Codewort für Kampfpausen erfinden, das unbedingt akzeptiert wird. So lernen Kinder: Fairness und Streit sind keine Gegensätze, sondern gehören zusammen.

Märchen lesen: Helden, Ritter, Könige und Prinzessinnen müssen oft schwierige Probleme meistern. Bei den Gebrüdern Grimm und anderen Märchenerzählern geht es selten harmonisch zu. Auch bei „Harry Potter“ erleben die Leser, dass Konflikte dazu da sind, gelöst zu werden.


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Unter Geschwistern gehört Streit zum Alltag. Ein Geschwisterstreit ist aber nicht weiter schlimm, wenn alle fair bleiben.


Spiele und Wettkämpfe: Rausschmeißen beim „Mensch Ärgere dich nicht“, täuschen beim Skat und schlagen beim Schach. Spiele und sportliche Wettkämpfe sind ritualisierter Streit. Hier lernen Kinder, dass Auseinandersetzungen nach ganz genauen Regeln ablaufen können.

Viel miteinander reden: Wenn zu jeder Gelegenheit diskutiert, erzählt, gesprochen wird, lernen Kinder schneller, klar ihre Positionen darzustellen und vor allen Dingen auch ihre Gefühle zu beschreiben - die Grundlage einer guten Streitkultur.

Wenn Geschwister sich permanent streiten, kann das für Eltern auch ein Anlass sein, die eigenen Erziehungsstrategien zu überdenken: Wenn die Reserven knapp sind, sei es an Nachtisch und Süßigkeiten, aber auch an Rückzugsorten und elterlicher Aufmerksamkeit, knallen Kinder automatisch häufiger aneinander. Oder manche Regeln können sich längst überholt haben, ohne dass die Eltern es gemerkt haben - die Höhe des Taschengelds, Fernsehzeiten oder Entscheidungsfreiheiten.
Tipps wie Eltern Streit schlichten können
Trennen: Wenn die streitenden Kinder nicht mehr aus Ihrer Wut rausfinden, ist eine räumliche Trennung sinnvoll. Kleinere Kinder am besten jeweils in einen Arm nehmen und beruhigend festhalten. Größere Kinder finden bei einem Streit am schnellsten in verschiedenen Zimmern wieder zur Ruhe.

Moderieren: Mama oder Papa lassen jeden der Kontrahenten seine Version des Streits erzählen und versuchen mit konstruktiven Fragen den Streithähnen bei der Versöhnung zu helfen, z.B.: „Was wünscht du dir denn, dass dein Bruder jetzt tun soll?“ Oder: „Kannst du uns sagen, warum du so sauer bist?“ Funktioniert ab etwa 8 Jahren.

Vertagen: „Jetzt unterbrecht ihr den Streit mal und beruhigt euch. Nachher besprechen wir die Sache ganz in Ruhe.“

Ablenken: „Ich brauche mal eure Hilfe.“ Wenn die Streitenden es schaffen, trotz der Auseinandersetzungen noch etwas gemeinsam zu erledigen, hilft das oft über den Konflikt hinweg. Sie machen zudem die Erfahrung: Trotz des Streits finden wir einen Umgang miteinander.


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