Spiele für draußen: Waldspaziergang als Schule fürs Leben


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Kinderspiele für draußen


Spiele für draußen: Waldspaziergang als Schule fürs Leben

Auch ein Waldspaziergang oder ein Nachmittag im Garten ist für einen Zweijährigen eine Schule fürs Leben. Ganz besonders, wenn er selbstständig und in seinem Tempo diese interessante Umwelt erforschen darf: Laub, Baumrinde, Stöckchen, Schlamm. Ein Feuerwerk der Sinneseindrücke. Für Erwachsene ist das, seien wir ehrlich, manchmal etwas langweilig. Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor: Es nieselt. Ihr Kleiner hockt vor einer Pfütze und stupst andachtsvoll minutenlang mit einem Stöckchen darin herum, während Sie gern endlich im Waldcafé einkehren würden, um (mit einem möglichst sauberen Kind an der Seite) eine heiße Schokolade zu schlürfen. Aber wenn wir uns klarmachen, was in solchen Momenten im Gehirn unseres Kindes alles passiert und wie wichtig Spiele draußen für Kinder sind, fällt es uns vielleicht leichter, Geduld aufzubringen. Das beste „Futter“ für das Hirn sind nämlich nicht elterliche Erklärungen. Ein Kind entwickelt keine Vorstellung von einem Blatt, nur indem wir ihm erzählen, dass das die ovalen, grünen Dinger sind, die an den Bäumen hängen. Das geschieht viel besser, wenn ein Kind beim Betasten selbst entdecken kann, was für ein Geräusch zum Beispiel ein vertrocknetes Blatt hervorbringt. Selbstbestimmtes Forschen fördern - Spiele für draußen Wenn Kinder selbstbestimmt „forschen“, bauen sie dabei automatisch auf bereits Erlerntes auf. Sie machen Erfahrungen, die mit ihrem bereits vorhandenen Wissen zu tun haben, aber auch ein Stück Unbekanntes enthalten. „Dieses Neue kann die im Hirn bereits vorhandenen Verschaltungsmuster dann optimal ergänzen“, erklärt der Göttinger Neurobiologe Gerald Hüther. Bevor Sie also das nächste Mal „Komm jetzt“ rufen, schauen Sie doch erst mal, was Ihr Kind gerade betastet. Wenn Kinder durch Blätter rascheln, in Pfützen schliddern, im Schlamm graben oder an einem Baumstamm pulen, werden dabei Zug um Zug komplizierte Nervenverschaltungen in den verschiedenen Hirnregionen aufgebaut. Die von den Sinnesorganen ankommenden Erregungsmuster werden benutzt, um immer stabilere und zunehmend komplexere Verschaltungsmuster zu verankern. Eigentlich kaum zu glauben, was alles passiert, wenn Kinder in einer Pfütze spielen. Ein Eimerchen, eine Schaufel und eine Dose, in der man etwas mit nach Hause nehmen kann, sind eine prima Ausstattung für kleine Forscher.