Der ewige Streit ums Weggehen

Paul, 15, will abends länger ausgehen - seine Eltern sind dagegen.


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Paul, 15, ist wütend. Warum darf er nicht bis zwölf Uhr wegbleiben? Noch dazu auf der privaten Party eines Freundes. Was soll da schon dabei sein? Viele seiner Freunde dürfen bis zwölf Uhr oder sogar länger ausgehen. Er muss dann immer als Erster gehen, wie peinlich! „Ich bin doch kein kleines Kind mehr und kann gut auf mich selbst aufpassen“, schreit er seine Eltern an. Die sehen das ganz anders. Erstens ist man mit Fünfzehn noch zu unerfahren, um sich nachts draußen herumzutreiben, geschweige denn erwachsen. Und zweitens findet die Feier in einem Freizeitheim für Jugendliche statt – wer weiß, wer sich da zu später Stunde sonst noch herumtreibt? Länger als elf Uhr kommt also gar nicht in die Tüte!


Konflikt Weggehen


© Thinkstock


Lösungsvorschlag


Prinzipiell haben Pauls Eltern recht, denn das Jugendschutzgesetz gibt den Rahmen für die Ausgehzeiten von Jugendlichen vor. Teenies unter 18 Jahren müssen beispielsweise bis 24 Uhr öffentliche Gaststätten und Tanzveranstaltungen (Discotheken) verlassen. Bei Veranstaltungen in Jugendheimen unter fachlicher Aufsicht allerdings, wie in diesem Fall beschrieben, dürfen 13-Jährige bis 22 Uhr und 15-Jährige bis zwölf Uhr bleiben. Pauls Eltern können sich hier also beruhigt auf einen Kompromiss einlassen und Paul das Gefühl geben, sich durchgesetzt zu haben. Gerade in der Pubertät schadet es nicht, die eigenen Kinder im sinnvollen Rahmen auch einmal den Sieg davontragen zu lassen. Das stärkt das Gefühl bei Jugendlichen, sich auch durchsetzen zu können, größere Freiheiten fördern zudem das eigene Verantwortungsbewusstsein.


Regeln müssen sein, aber Ausnahmen wie diese bestätigen die Regel. Grenzen sollten flexibel bleiben und der jeweiligen Situation angepasst werden. Wenn Sie sich Sorgen machen, wie Ihr Kind zu später Stunde nach Hause kommt: Bieten Sie doch an, zu einer vereinbarten Uhrzeit ein paar Ecken weiter mit dem Auto zu warten. Sie ersparen damit Ihrem Kind die Peinlichkeit, von den Eltern abgeholt zu werden. Und: Von Jugendlichen auserkorene Versammlungsorte sind für Erwachsene tabu!


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