Tiere als Vorbilder und Helden als Verbündete


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Auch Tiere sind Vorbilder für Kinder

„Kinder suchen sich die Helden, die sie gerade brauchen“, sagt Angelika Faas. Wer gerade etwas unsicher ist, sucht sich also ein starkes Vorbild, wer sich unverstanden fühlt, einen Helden, der selbst Krisen durchstehen muss. Auch Tiere werden oft als Vorbilder genannt; starke Tiere, vor denen auch die Eltern Respekt haben. „Je nachdem, welches Thema die Kinder gerade besonders beschäftigt, können diese Figuren in kurzer Zeit auch wechseln.“ Daher sollten Eltern die gewählten Helden ihrer Kinder nach Möglichkeit weder verbieten noch versuchen, bestimmte zu forcieren, empfiehlt die Familie & Co-Expertin: „Nur weil Papa als kleiner Junge Winnetou super fand, muss es dem Sohn noch lange nicht genauso gehen.“ Und auf keinen Fall dürften die Eltern beleidigt reagieren, wenn sie nicht mehr auf Platz eins der Heldenskala ihrer Kinder stehen.

Helden sind Verbündete der Kinder „Das Schöne an den Helden ist ja, dass sie immer die Verbündeten der Kinder sind. Und ihnen eben nicht verbieten müssen, sich nur von Schokoladeneis zu ernähren oder bis weit in die Nacht aufzubleiben. Dagegen können Eltern gar nicht ankommen.“ Etwas anderes jedoch können Eltern  tun, nämlich ihren Kindern eine Auswahl potenzieller Helden vorzustellen. „Kinder können viel komplexere Geschichten verstehen, als ihnen von Eltern und Lehrern zugetraut wird“, sagt Dr. Karin Richter, Professorin für Kinder- und Jugendliteratur an der Universität Jena, die in Forschungsprojekten mit Grundschülern auch die griechischen Sagen behandelt hat. „Die Kinder haben diese Geschichten nicht nur in all ihren Facetten verstanden, sie haben komplexe Geschichten dazuerfunden und aufgeschrieben.“ Die Helden der Antike hätten vor allem den Jungs gefallen. Kein Wunder, die Sagen sind ja auch ganz nach ihrem Bedarf voller „Action“.