Tipps für den Umgang mit pubertierenden Mädchen

Mit diesen Tipps erfahren Sie, wie Sie mit den Rollenspielen Ihrer Tochter umgehen und ihr bei der Identitätsfindung helfen können.


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Sicher machen sich die meisten Eltern Sorgen um ihre zur Vorzeige-Lolita mutierten Töchter. Dass sie mit ihrem Style die falschen Signale an die falschen Menschen senden könnten zum Beispiel. Und dann fallen im Streit über das Outfit Sätze wie „So gehst Du mir nicht aus dem Haus“ oder „Du siehst ja aus wie eine …“. Bevor Sie sich bei Äußerungen ertappen, die Sie als Eltern niemals sagen wollten: Mit diesen Tipps erfahren Sie, wie Sie mit den Rollenspielen Ihrer Tochter umgehen und ihr bei der Identitätsfindung helfen können.

➤ Verbote oder abfällige Kommentare sind tabu


Mit Verboten oder abfälligen Kommentaren über das Tragen von zu aufreizender Kleidung erreichen Sie bei Ihrer pubertierenden Tochter nur, dass sie dicht macht und für Tipps oder Hilfe nicht mehr für Sie erreichbar ist. Also lassen Sie es lieber und üben sich in Toleranz, was das Outfit und Styling Ihres Teenies angeht.

➤ Nehmen Sie Ihre Tochter ernst

Auch wenn dieser ganze Kult ums Äußere Ihnen lächerlich vorkommt und Sie den Kleidungsstil Ihrer Tochter schrecklich billig finden: Versuchen Sie, die individuellen Bedürfnisse, Sorgen und Ängste Ihrer Tochter ernst zu nehmen. Zeigen Sie Verständnis. Damit signalisieren Sie ihrem Kind, dass Sie es als jungen Erwachsenen für voll nehmen. Das stärkt das Selbstbewusstsein Ihrer Tochter und sie wird es Ihnen zudem mit Offenheit und Gesprächsbereitschaft danken.


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➤  Finden Sie heraus, was Ihrem Kind wichtig ist

Wenn es Ihnen gelingt herauszufinden, was das individuelle Rollenvorbild Ihrer Tochter ist, was ihr an ihrer Kleidung wichtig ist und was ihr am Stil der anderen gefällt, dann können Sie Ihrer Tochter helfen. Und zwar, zu erkennen was sie selbst möchte. Dann können Sie auch Dinge in Frage stellen: Ob es wirklich einen Unterschied für die eigene Beliebtheit macht, wie kurz der Rocksaum ist? Oder ob es auf das Gleiche hinausläuft, wenn Rock so lang ist, dass sich Ihre Tochter auch darin wohl fühlt.

➤ Überdenken Sie Ihre eigenen Beweggründe

Warum genau bringt Sie denn die aufreizende Kleidung Ihrer Tochter so aus der Fassung? Ist es wirklich die Sorge um falsche Signale, oder doch etwas anderes? Mütter ärgert es oft insgeheim, dass die eigene Tochter nun zu den schönen jungen Frauen gehört, die Aufmerksamkeit von den Männern bekommen – und sie selbst nicht mehr. Und Väter wollen es nicht wahrhaben, dass Papas kleine Prinzessin nun zur Frau wird – und damit zum Objekt der sexuellen Begierde anderer Männer.

➤ Erklären Sie Ihre Sorgen und Beweggründe

Ohne Streit wird es sicherlich nicht gehen. Doch wenn Sie in Diskussionen Ihren Standpunkt und die Beweggründe schlüssig erklären, hilft das Ihrer Tochter, Ihre Meinung besser nachzuvollziehen. „Wenn Du so aus dem Haus gehst, sendest Du bestimmte Signale an Männer und ich mache mir Sorgen um Deine Sicherheit“. Vielleicht lässt sich so einfacher ein Kompromiss finden.

➤ Beziehen Sie Stellung…

…und bleiben Sie ruhig dabei. Auch wenn Sie dann vor Ihrer Tochter als Spielverderber gelten. Die Pubertät ist nun mal eine Zeit der Reibung, und das ist wichtig für die Entwicklung Ihres Kindes. Sie können auch Verständnis für die Motive Ihrer Tochter zeigen und dennoch Ihre Haltung bewahren. Es sei denn, Ihre Tochter überzeugt Sie mit Argumenten, die Ihnen bis dahin noch nicht bewusst waren. Dennoch gilt, nur wer als Eltern seine Überzeugungen vertritt, der kann seinem Kind auch Sicherheit vermitteln und Halt bieten.

➤ Lassen Sie Ihre Tochter eigene Erfahrungen machen

Egal, wie gut und überzeugend Sie argumentieren: Dafür, dass der Rocksaum noch mal ein Stück höher gezogen wird, sobald Ihre Tochter aus der Tür ist, gibt es keine Garantie. Und kontrollieren sollten Sie das auch nicht. Lassen Sie Ihre Tochter vielmehr eigene Erfahrungen machen, wie Ihr Aussehen auf andere wirkt. Schließlich ist das Sinn und Zweck ihrer Identitätssuche. Zum Beispiel wenn beim nächsten Familienfest das übertrieben sexy Outfit von den älteren Onkeln mit anzüglichen Sprüchen und Blicken kommentiert wird: „Eine richtige Frau ist aus Dir geworden! Und Beine bis zum Po hat das Mädel.“ oder „Wem solche Brüste wachsen, der darf sie auch zeigen.“ Nichts ist heilsamer, als Reaktionen herbeizuführen, die nicht beabsichtigt waren.

➤ Sprechen Sie mit Ihrer Tochter falsche Schönheitsideale an

Studien belegen, dass gerade junge Frauen sich sehr oft an den idealisierten Schönheitsidealen in Magazinen und im Fernsehen messen – und davon frustriert und schwer verunsichert werden. Die Folgen sind ein verzerrtes Selbstbild und mangelndes Selbstwertgefühl. Teenager versuchen dann, ihr wackeliges Selbstbewusstsein durch provokant-sexy Kleidung und offensives Auftreten auszugleichen. Sprechen Sie mit Ihrer Tochter über Ihre Idole und hinterfragen Sie diese ruhig. Ein allzu perfektes Vorbild zu enttarnen kann das eigene Selbstbewusstsein stärken.


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