Vergesslichkeit durch Probleme im Alltag


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden

Vergesslichkeit als Anzeichen für Probleme

Manchmal, so Thiel, ist Verlieren auch ein Zeichen für Überforderung. Dann sollten die Eltern den Terminplan ihres Kindes durchforsten und in Absprache mit ihm Aktivitäten streichen, die unnötig Stress verursachen. Nimmt man nämlich Tempo aus dem Tagesablauf, bleibt dem Kind mehr Zeit, sich auf einzelne Dinge zu konzentrieren - also wird auch weniger vergessen oder verloren. Auch Reizüberflutung, Unordnung  und dauernde Ablenkung können dazu beitragen, dass Kinder Sachen vergessen oder verlieren. So kann ein unaufgeräumter Schreibtisch dazu führen, dass das Kind  sein Matheheft nicht findet oder einen Teil der Hausaufgaben einfach vergisst. Michael Thiel appelliert an Eltern, dafür zu sorgen, dass sich ihr Kind möglichst oft mit nur einer Sache beschäftigt: „Wenn es Lego spielt, sollte der Fernseher eben Sendepause haben“, sagt der Psychologe. Auch die Möglichkeit, sich mal ohne das nervende Geschwisterkind in ein Zimmer zurückziehen zu können, beugt Schusseligkeit und Zerstreutheit vor. Wenn Kinder ständig etwas verlieren und sich nicht oder nur sehr kurze Zeit konzentrieren können, kann das ein Hinweis auf eine Aufmerksamkeitsstörung (ADS) sein. In diesem Fall, so Thiel, sollten die Eltern einen Test, z.B. beim Kinderarzt, ins Auge fassen. Auf jeden Fall sollten sie mit dem Kind über das Problem reden: „Mir fällt auf, dass du so viel verlierst. Wo bist du mit deinen Gedanken?“ So könnte ein vertrauensvolles Gespräch beginnen, in dessen Verlauf sich dann vielleich herausstellt, dass das Kind ernste Sorgen hat. „Leidet ein Kind z.B. unter Mobbing oder hat es Angst, die Eltern könnten sich trennen, dann erscheinen ihm Dinge, die es normalerweise sehr ernst nimmt, als nebensächlich - und es verliert oder vergisst sie“, sagt Thiel. Kinder: Wenn sie sich selbst verlieren Verlieren können Kinder auch sich selbst - und machen dann die vielleicht schönste und beglückendste Erfahrung ihres Lebens. Diese kostbaren Augenblicke höchster Konzentration und Anstrengung stellen sich ein, wenn sich Kinder intensiv mit etwas beschäftigen. In der spontanen Hingabe an eine Sache - das kann beim Lesen des neuesten Harry-Potter-Bandes oder beim genauen Abzirkeln einer bestimmten Menge Mehl beim Kuchenbacken passieren - erfahren die Kleinen, was es heißt,  übend und lernend seinen ureigensten und tiefsten Interessen nachzugehen. Psychologen nennen diesen Moment des sich Verlierens an eine Sache „Flow“. „Dann kommt das Gehirn in einen optimalen Spannungszustand, erreicht sein höchstes Aufmerksamkeitniveau - und erzeugt Glücksgefühle ungeahnten Ausmaßes“, sagt Michael Thiel. Sein Rat: „Jetzt bloß nicht ,Komm zum Essen!´ rufen.