Wann Ihr Kind reif für die Schule ist

Wann ein Kind seine Schulfähigkeit erreicht, ist ganz unterschiedlich. Inzwischen erleichtern flexible Regelungen sowohl Frühstartern als auch Spätzündern einen erfolgreichen Schulbeginn. Hier können Sie außerdem testen, ob Ihr Kind die Schulfähigkeit bereits besitzt.


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Fünf, sechs oder sieben? Wann ist ein Kind schulreif?



Hat mein Kind schon die Schulfähigkeit?


© Thinkstock
Wann das Thema Schule in Ihre Familie einzieht, hängt erstmal davon ab, in welchem Bundesland Sie leben. Jedes Bundesland hat seinen individuellen „Stichtag“, ab diesem herrscht in Deutschland Schulpflicht. Der Stichtag variiert zwischen dem 30. Juni und dem 31. Dezember. Abhängig von seinem Entwicklungsstand kann das Kind aber auch vor dem Stichtag eingestellt oder zurückgestellt werden. Während man noch von einigen Jahren von der „Schulreife“ sprach, lautet heute der Fachbegriff dafür „Schulfähigkeit“. Die Anforderungen für diese Schulfähigkeit darf man sich nicht als fest definierten Kriterienkatalog vorstellen. Sie stellen eine Mischung dar aus körperlichen, kognitiven und sozialen Voraussetzungen. Wenn ein Kind schon mit fünf lesen kann, ist das zwar eine tolle Leistung – es sagt aber überhaupt nichts darüber aus, ob das Kind schon reif für die Schule ist. Das ist es erst, wenn es auch emotional stabil und sozial reif ist, beim Spielen auch mal verlieren und sich über längere Zeit konzentrieren kann. Wichtig für einen guten Schulstart – egal in welchem Alter – ist eine gute Portion „Seelenspeck“!
Von „Kann-Kindern“ und „Muss-Kindern“
Oder: Wann ist ein Kind schulreif?

Die Stichtagsregelung lautet: Wenn das Kind vor dem Stichtag seinen sechsten Geburtstag feiert, ist es schulpflichtig und damit ein „Muss-Kind“. Alle, die nach dem Stichtag sechs werden, sind „Kann-Kinder“. Hier dürfen, bzw. müssen die Eltern entscheiden, ob sie ihr Kind schon in die Schule schicken wollen. Eine schwierige und weitreichende Entscheidung, die Angst vor einer Überforderung bei einer frühen Einschulung, bzw. einer Unterforderung bei einer späten Einschulung ist groß. Allgemeine Empfehlungen gibt es hier (leider) nicht. Jedes Elternpaar muss die für sein Kind passende Entscheidung treffen. „Gespräche mit dem Kinderarzt, mit den Erziehern im Kindergarten oder der Besuch eines Probeunterrichts, wie ihn viele Schulen anbieten, helfen Eltern herauszufinden, wie schulfit ihr Kind wirklich ist“, rät Erziehungswissenschaftler Peter Struck. Auch wer sein Kind beim Spielen oder beim Erledigen kleiner Aufgaben genau beobachtet, kann seinen Entwicklungsstand abschätzen.

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Machen Sie den Test und erfahren Sie, ob Ihr Kind den Schulalltag schon bewältigen könnte.


Diese Kriterien helfen Ihnen aber bei der Entscheidungsfindung:

➤ Was rät die Erzieherin? Sie kennt das Kind gut und kann gut vergleichen und seine Fähigkeiten einschätzen.

➤ Wie lautet das Ergebnis der Schuleingangsuntersuchung ? Wie lautet das Ergebnis der U9 beim Kinderarzt?

➤ Denken Sie nicht nur an den Jetzt-Zustand. Heute ist Ihr Kind zwar mit fünf vielleicht schon reif für die Schule, aber dank der frühen Einschulung wird es zeitlebens zu den jüngsten Kindern in der Klasse zählen. Das macht sich vor allem beim Übertritt in die weiterführende Schule und beim Start in die Pubertät bemerkbar. Während die Älteren sich schon für Smartphones und das andere Geschlecht interessieren, hinken die Jüngeren da häufig deutlich hinterher und leiden darunter.

➤ Schauen Sie nicht nur darauf, wie intelligent und wissbegierig Ihr Vorschulkind ist, sondern schätzen Sie auch ganz ehrlich ab: Wie selbständig ist es? Wie steht es um sein Selbstbewusstsein? Und wie gut kann es schon still sitzen und sich konzentrieren?

➤ Wichtig ist es zudem, die schulischen Rahmenbedingungen zu checken. Gibt es für Frühstarter die Möglichkeit, ohne großen Aufwand in eine Vorschulklasse zu wechseln? Ab wann wird die Leistung des Kindes benotet? Wer entscheidet nach der vierten Klasse über seine weitere Schullaufbahn? Leider haben sich auch hier die Bundesländer nicht auf allgemeine Standards geeinigt.

➤ Auch die Einstellung des Kindes ist wichtig. Hat es überhaupt schon Lust auf die Schule? Oder fürchtet es sich vor der Langeweile, wenn alle großen Freunde schon in die Schule gehen?

➤ Wenn es um die Einschulung geht, darf nicht der „Je früher desto besser“-Gedanke bestimmen.

>> Linktipp: Checkliste für die Schulreife

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Im Zweifel lieber später als früher?

Inzwischen geht der Trend wieder eindeutig in Richtung späte Einschulung, nicht jede "Chance" auf einen frühen Schulstart wird von den Eltern mit Begeisterung angenommen und genutzt, wie es noch vor einigen Jahren der Fall war. Der Grund? Ab der dritten Klasse steigt schon für Grundschüler der Leistungsdruck, das Thema Übertritt zieht sich durch zwei lange Schuljahre und sorgt für Stress bei den Kindern. Dazu kommt die auf acht Jahre verkürzte Gymnasialzeit. Diese beiden Punkte bringen Eltern immer wieder zu dem Schluss: „Wir wollen unserem Kind noch ein bisschen unbelastete Kindheit gönnen“. 
Was sagt die Wissenschaft zum besten Alter für die Einschulung?

Kleine To-do-Liste für einen erfolgreichen Schulstart
  • 1 / 7

    Nicht zu viel üben und fördern!

  • 2 / 7

    Wenn Kinder Dinge lernen möchte: Hindern Sie es nicht daran!

  • 3 / 7

    Spielen Sie viel gemeinsam mit Ihrem Kind!

  • 4 / 7

    Ermutigen Sie Ihr Kind, Fragen zu stellen und nehmen Sie seine Fragen ernst!

  • 5 / 7

    Sprechen Sie viel mit Ihrem Kind!

  • 6 / 7

    Unterstützen Sie Ihr Kind in seiner Selbstständigkeit!

  • 7 / 7

    Bewegung ist das A und O – auch fürs Lernen! Wer sich viel bewegt, lernt leichter.


Viele Studien zeigen, dass jüngere Kinder im Unterricht häufig unruhiger sind und mehr Probleme haben, sich zu konzentrieren. Ein anderes Studienergebnis zeigt: Früh eingeschulte Kinder wechseln später seltener aufs Gymnasium, die Quote ist um ein Drittel niedriger als bei älteren Kindern. Und auch der Blick auf die PISA-Ergebnisse zeigt: In Ländern mit guten PISA-Ergebnissen werden die Kinder eher spät eingeschult (zum Beispiel Finnland und Schweden). Diese Ergebnisse sprechen allesamt gegen eine frühe Einschulung deutlich vor dem Stichtag. Aber auch eine Rückstellung scheint nicht unbedingt die beste Lösung zu sein: Bei einer deutsch-englischen Studie kam heraus, dass altersgemäß eingeschulte Kinder im Vergleich zu verspätet eingeschulten im Alter von acht Jahren einen deutlichen Vorsprung hatten. Untersucht wurden die Lese-, Schreib-, Rechenfähigkeit sowie die Aufmerksamkeit.

Wer sich jetzt - zu Recht - fragt, welcher Weg nun der Beste ist, dem legen wir zwei Gedanken ans Herz:

● Die Nachteile und Gefahren einer frühen Einschulung sollten nicht unterschätzt werden!


● Wichtiger als gut Schreiben, Rechnen oder eine Schleife binden sind die emotional-sozialen Faktoren!





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