Warum junge Eltern sensibel auf Ratschläge reagieren


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Warum junge Eltern sensibel auf Ratschläge reagieren

Das hat vor allem drei Gründe: Frischgebackene Eltern sind einfach unsicher. Besonders beim ersten Kind. Schließlich gibt es für das Elternsein keine Trockenkurse. Und egal, wie genau die vielen Ratgeber das Leben mit einem Baby beschreiben: Um einen kleinen Realitätsschock kommt niemand herum. In solcher Gefühlslage ist man natürlich besonders empfänglich für die Meinung anderer. Das gelassene Vertrauen darauf, kompetente Eltern zu sein, wächst erst im Laufe der Zeit. Ein weiterer Grund: Hirnforscher und Psychologen erklären immer wieder, wie bedeutsam gerade die ersten Lebensjahre für die Entwicklung sind. Jetzt werden die Synapsen im Gehirn verknüpft, jetzt muss das Urvertrauen wachsen. Gerade in dieser sensiblen Phase will man natürlich auf keinen Fall etwas falsch machen. Der dritte Grund ist: Über die frühen Babyjahre wird sehr viel geforscht. Das ist an sich sehr positiv. Aber es hat auch zur Folge, dass sich die Tipps und Ratschläge der Experten an die Eltern relativ häufig ändern. Das kann verunsichern. Ganz besonders, wenn auf dem Spielplatz drei Mütter drei verschiedene Informationen zu einem Thema haben und man selbst im Internet wieder etwas anderes darüber gelesen hat.
Auch Expertenmeinungen ändern sich In der Erforschung von Allergien etwa überholen sich die wissenschaftlichen Erkenntnisse schnell, und in entsprechendem Tempo werden neue Empfehlungen zur Prävention ausgegeben. Manchmal ist es für Eltern gar nicht so leicht, zu wissen, welches nun gerade die gültige Lehrmeinung ist. Vor sechs Jahren, als meine älteste Tochter ein Baby war, riet das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund davon ab, Säuglingen unter einem Jahr Kuhmilch anzubieten. So sollte einer Allergie vorgebeugt werden. Heute lautet die Empfehlung des Instituts, für den ersten Milchgetreidebrei mit etwa sieben Monaten Kuhmilch (3,5% Fett) zu verwenden.