Diagnose Rechenschwäche - was nun?

Da rechenschwache Kinder sich ihr Problem nicht anmerken lassen und es überspielen, können meist nur Experten die Diagnose Rechenschwäche stellen. Welche Fördermöglichkeiten es dann für Ihr Kind gibt und warum allgemeine Nachhilfe nicht das richtige Mittel ist.


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Wer diagnostiziert eine Rechenschwäche?


„Erste Anlaufstelle sollte  immer die Schule sein“, empfiehlt die Dyskalkulie-Expertin Karin Anders. „Weil rechenschwache Kinder Tricks und Verhaltensweisen entwickeln, um im Unterricht nicht aufzufallen, sind die Lehrer zwingend auf die Beobachtungen der Eltern angewiesen. Nur so können sie sich ein Bild von der tatsächlichen Tragweite des Problems machen“, sagt die Lehrerin. Neben dem Klassenlehrer kommen Fach- und Beratungslehrer sowie Schulpsychologen als Ansprechpartner infrage. Anhand spezieller Tests sind sie in der Lage, Lernstörungen und Defizite im Bereich des Rechnens festzustellen.
Individueller Förderplan statt Nachhilfe


Dyskalkulie: Rechenschwäche


„Was bei einer Rechenschwäche definitiv nichts bringt, ist Nachhilfe“, sagt Margret Schwarz, Vorsitzende der Elterninitiative für rechenschwache Kinder (IFRK). Simples Wiederholen des Unterrichtsstoffs ist einfach kein geeignetes Mittel, der Lernstörung beizukommen.

Vielmehr bedarf es eines individuellen, auf die besonderen Bedürfnisse des Kindes zugeschnittenen Förderplans, um das Problem grundlegend und dauerhaft zu lösen. „Sonst besteht durchaus die Gefahr, dass die weitere Schullaufbahn des Kindes Schaden nimmt“, fasst Schwarz ihre Erfahrungen mit der auch „Teilleistungsschwäche“ genannten Rechenstörung zusammen. Ihr Rat: „Mütter und Väter, deren Kinder immer wieder unerklärliche Fehler beim Rechnen machen, sollten ihr Kind in jedem Fall auf eine Rechenschwäche untersuchen lassen.“
Fördermöglichkeiten bei Rechenschwäche

Die Fördermöglichkeiten, mit denen Eltern ihre rechenschwachen Kindern unterstützen können, richten sich nach der individuellen Problemlage und den im jeweiligen Schulbezirk vorhandenen Hilfsangeboten. So bieten manche Schulen Einzelunterricht durch speziell ausgebildete Lehrer an, andere offerieren Stützkurse, in denen die Kinder in Kleingruppen unterrichtet werden. Auch der Besuch einer außerschulischen Therapieeinrichtung kann sich als sinnvoll erweisen. Dabei sollten Eltern aber darauf achten, dass die Behandlung in enger Abstimmung mit dem Klassen- bzw. Fachlehrer stattfindet.


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