Dyskalkulie: Was tun bei Rechenschwäche?

Manche Kinder leiden unter einer Rechenschwäche. Was Eltern tun können, damit ihr Kind den Spaß am Rechnen neu entdeckt - und Mathe ein ganz normales Fach wird.


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Mögliche Ursachen für eine Rechenschwäche




Eine Rechenschwäche kann - wie eine LRS oder eine Legasthenie - organisch-neurologische, emotionale, psychische, soziale oder schulische Ursachen haben - und ist nicht einmal selten: Nach Schätzungen von Experten sitzen in jeder Grundschulklasse durchschnittlich ein bis zwei rechenschwache Kinder.

Weil Zahlen für Kinder mit Rechenschwäche keine mengenmäßige Bedeutung haben, bereiten ihnen insbesondere die Zehner-Übergänge Probleme. Auch die vier Grundrechenarten Zusammenzählen, Abziehen, Malnehmen und Teilen sind für rechenschwache Kinder meist Böhmische Dörfer.

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Anzeichen für eine Rechenschwäche
Ob Ihr Kind an einer Rechenschwäche leidet, können im Zweifelsfall nur Experten wie Lerntherapeuten feststellen. Aber folgende Anzeichen können auf eine Rechenschwäche hindeuten:

➤ Statt zu rechnen, grübelt das Kind stundenlang über seinen Matheaufgaben.
➤ Rechenschwache Kinder fragen nach der  Richtigkeit eines Ergebnisses, die auf eine völlige Orientierungslosigkeit deutet.
➤ Das Kind weiß am nächsten Tag nicht mehr, was es beim Üben verstanden hatte.
➤ Der Aufwand des Übens und die Resultate stehen in keinem vernünftigen Verhältnis.
➤ Das Thema Mathematik ist für alle Beteiligten ein rotes Tuch, schlimmstenfalls zieht sich das Kind zurück, entwickelt Schulangst, wird aggressiv oder verweigert das Lernen komplett.

Außerdem: Ihr Kind

➤ verdreht Zahlen
➤ hat große Probleme beim Lösen von Lückenaufgaben
➤ hat Schwierigkeiten beim Umwandeln von Längen, Größen und Gewichten
➤ lehnt Divisionsaufgaben ab
➤ kann die Zeigeruhr nur mit großer Mühe lesen
➤ kommt mit Text- und Sachaufgaben nicht zurecht
➤ vergisst schnell oder lernt stur auswendig
➤ rechnet viel mit den Fingern

„Auch wenn es schwerfällt: Eltern sollten in solchen Situationen unbedingt Verständnis für ihr Kind aufbringen, es nicht ausschimpfen, sondern es unterstützen, damit es lernt, mit seiner Schwäche so umzugehen, dass sie im Alltag kein Problem mehr darstellt“, sagt Dr. Wolfram Hartmann vom Verband der Kinder- und Jugendärzte.
Diagnose Rechenschwäche - was nun?
Da rechenschwache Kinder sich ihr Problem nicht anmerken lassen und es überspielen, können meist nur Experten die Diagnose Rechenschwäche stellen. Welche Fördermöglichkeiten es dann für Ihr Kind gibt und warum allgemeine Nachhilfe nicht das richtige Mittel ist.

Wer diagnostiziert eine Rechenschwäche?


„Erste Anlaufstelle sollte  immer die Schule sein“
, empfiehlt die Dyskalkulie-Expertin Karin Anders. „Weil rechenschwache Kinder Tricks und Verhaltensweisen entwickeln, um im Unterricht nicht aufzufallen, sind die Lehrer zwingend auf die Beobachtungen der Eltern angewiesen. Nur so können sie sich ein Bild von der tatsächlichen Tragweite des Problems machen“, sagt die Lehrerin. Neben dem Klassenlehrer kommen Fach- und Beratungslehrer sowie Schulpsychologen als Ansprechpartner infrage. Anhand spezieller Tests sind sie in der Lage, Lernstörungen und Defizite im Bereich des Rechnens festzustellen.
Individueller Förderplan statt Nachhilfe



„Was bei einer Rechenschwäche definitiv nichts bringt, ist Nachhilfe“, sagt Margret Schwarz, Vorsitzende der Elterninitiative für rechenschwache Kinder (IFRK). Simples Wiederholen des Unterrichtsstoffs ist einfach kein geeignetes Mittel, der Lernstörung beizukommen.

Vielmehr bedarf es eines individuellen, auf die besonderen Bedürfnisse des Kindes zugeschnittenen Förderplans, um das Problem grundlegend und dauerhaft zu lösen. „Sonst besteht durchaus die Gefahr, dass die weitere Schullaufbahn des Kindes Schaden nimmt“, fasst Schwarz ihre Erfahrungen mit der auch „Teilleistungsschwäche“ genannten Rechenstörung zusammen. Ihr Rat: „Mütter und Väter, deren Kinder immer wieder unerklärliche Fehler beim Rechnen machen, sollten ihr Kind in jedem Fall auf eine Rechenschwäche untersuchen lassen.“
Fördermöglichkeiten bei Rechenschwäche

Die Fördermöglichkeiten, mit denen Eltern ihre rechenschwachen Kindern unterstützen können, richten sich nach der individuellen Problemlage und den im jeweiligen Schulbezirk vorhandenen Hilfsangeboten. So bieten manche Schulen Einzelunterricht durch speziell ausgebildete Lehrer an, andere offerieren Stützkurse, in denen die Kinder in Kleingruppen unterrichtet werden. Auch der Besuch einer außerschulischen Therapieeinrichtung kann sich als sinnvoll erweisen. Dabei sollten Eltern aber darauf achten, dass die Behandlung in enger Abstimmung mit dem Klassen- bzw. Fachlehrer stattfindet.

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