Wenn Kinder schüchtern sind

Manche Kinder reagieren auf fremde Gesichter schüchtern. Kein Grund zur Sorge, ihre Zurückhaltung hat viele positive Seiten.


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Wenn Kinder schüchtern sind


„Wir haben immer dieses Bild im Kopf, dass Kinder von Natur aus soziale Wesen sind“, sagt Jens Asendorpf, Psychologieprofessor an der Berliner Humboldt-Universität. „Doch das ist Unsinn. Bei kleinen Kindern gibt es genauso große Unterschiede in der Persönlichkeit wie bei Erwachsenen.“ Forscher haben festgestellt, dass selbst Säuglinge abweichend auf Unvertrautes reagieren. Manche fangen an zu wimmern, andere sind neugierig und strahlen.

Schüchtern sein ist eine Frage des Temperaments

Dabei kann Schüchternheit verschiedene Ursachen haben: Die einen „erlernen“ scheues Verhalten aufgrund schlechter Erfahrungen. Sie sind eher eingeschüchtert als schüchtern.
Bei vielen Kindern aber ist die Schüchternheit schlichtweg eine Frage des Temperaments. Das Merkmal wird von ihnen nicht sozial erworben, sondern ist wahrscheinlich bereits vor der Geburt festgelegt. Sie halten sich immer dann im Hintergrund, wenn sie unbekanntes Terrain betreten
Der Entwicklungspsychologe Asendorpf spricht von einem „Annäherungs-Vermeidungs-Konflikt“: Das heißt, die Kinder wollen zwar gern Kontakt zu anderen aufnehmen, trauen sich aber nicht. Doch sobald die fremden Menschen zu Bekannten werden, tauen die Kleinen auf und beginnen, sich wohlzufühlen. Dann kann man die anfänglichen Leisetreter kaum noch von den Mutigeren unterscheiden.




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