WhatsApp für Kinder

Offiziell ist WhatsApp erst ab 13 Jahren erlaubt. Aber auch deutlich jüngere Kinder schicken tagtäglich Dutzende, Hunderte von Nachrichten und Bildern hin und her. Jetzt soll es demnächst eine spezielle WhatsApp-Version für jüngere Kinder geben. Was es damit auf sich hat und was Familien generell beim Umgang mit WhatsApp beachten sollten:


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Ein Eltern-Alltag ohne WhatsApp? Unvorstellbar! Wie sonst sollen Fußball-Training, Spieltreffs, die Hausaufgaben und die nächste Mama-Kaffee-Runde organisiert und koordiniert werden? 50 Milliarden Nachrichten, Fotos und Sprachmemos werden jeden Tag über WhatsApp hin- und hergeschickt (Quelle: faz.net). Von Erwachsenen. Von Jugendlichen. Aber auch immer mehr von Kindern. WhatsApp gehört mittlerweile zu den beliebtesten Apps, vor allem bei der Jugend. SMS und MMS sind out, bei WhatsApp können die Nachrichten beliebig lang sind, Bilder und Emoticons enthalten, Gruppenchats einzurichten ist schnell und einfach möglich.


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Offiziell ist WhatsApp erst ab 13 Jahren erlaubt. (Hier finden Sie die aktuellen Nutzungsbediungen von WhatsApp.) Soweit die Theorie. Die Realität ist: Allermeist starten Fünftklässler mit dem Übergang auf die weiterführende Schule auch ihr WhatsApp-Leben. Hier finden sie einen Kanal, um mit den Freunden in Kontakt zu bleiben. "Welche Seite müssen wir im Mathebuch lernen?" "Ist euch auch so langweilig?" "Und habt ihr schon das neueste Video von Julien Bam gesehen?" Für Kinder geeignet ist WhatsApp definitiv nicht: Der Datenschutz ist unzureichend - und die Gefahr, dass Kinder in Kontakt mit Unbekannten kommen und mit unerwünschten Videos, Nachrichten und Kettenbriefe gespamt werden, ist groß. 

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„Messenger Kids“: WhatsApp für Kinder unter zwölf Jahren

Jetzt soll es - zunächst in den USA, dann auch in anderen Ländern - eine spezielle Chat-Funktion von WhatsApp für Kinder geben: "Messenger Kids". Das Besondere daran: Die Accounts können nur von den Eltern angelegt werden, und jeder Kontakt muss einzeln freigegeben werden. Werbung soll es keine geben.


© WhatsApp
"Messenger Kids" soll eine eigenständige App sein, die die Kinder auf ihrem Tablet oder Smartphone installieren und die die Eltern über ihren Facebook-Account kontrollieren können. Bei der Entwicklung der App wurden Tausende von Eltern befragt und viele Experten aus den Bereichen Online-Sicherheit und kindliche Entwicklung zu Rate gezogen. Für den nötigen Spaß sorgen Masken, Tools zum Dekorieren, kindgerechte GIFs, Emojis und lustige Soundeffekte.


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Gedacht ist die App für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren, die hier den Umgang mit sozialen Medien erlernen sollen. Skeptiker sagen: Viel zu früh! Kinder sollen lieber erstmal lernen, sich im "echten Leben" zurecht zu finden. Für die Kinderversion von WhatsApp spricht aber die Tatsache, dass es im Grundschulalter für die Eltern deutlich leichter ist, klare Regeln aufzustellen und ihre Einhaltung zu kontrollieren als bei größeren Kindern, die sich in der digitalen Welt schnell so zielsicher bewegen, dass Eltern auf Begleitung und Kontrolle nach kurzer Zeit verzichten.
Die Gefahren von WhatsApp & Co.
Wann "Messenger Kids" bei uns an den Start gehen wird, ist noch offen. Bis dahin stehen Eltern weiterhin vor der Frage, ob sie den Umgang mit der "normalen" Version verbieten sollen. Oder erlauben, weil ja alle Klassenkameraden auch dürfen. Das ist tatsächlich ein Argument, das es abzuwägen gilt. Denn traurig, aber wahr: Kinder laufen Gefahr, zum Außenseiter zu werden, weil sie gar nicht mitbekommen, dass die ganze Klasse am Nachmittag im Freibad abhängt, die anstehende Probe diskutiert oder alle über die gleichen lustigen Bildchen lachen. Nicht selten verliert WhatsApp aber auch relativ schnell seinen Reiz. Denn die Kommunikation in den WhatsApp-Gruppen geht häufig nicht über „Hast du die Hausis schon gemacht?“ Und „krass / nice / cool!“ hinaus. Als Eltern sollten Sie in jedem Fall einige Regeln beachten:
Spielregeln für WhatsApp
● Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Risiken von Messenger-Diensten und klären Sie es über die Gefahren auf.

● Definieren Sie klare Regeln, die in Ihrer Familie gelten. Mit eingeschlossen sind da auch Regeln für die Erwachsenen...

● Gehen Sie selbst mit gutem Beispiel voran und nehmen Sie Ihr Handy nicht alle paar Minuten in die Hand.

● Beobachten Sie Ihr Kind: Tippt es lieber auf dem Handy als die Hausaufgaben zu erledigen? Am Schreibtisch und neben dem Bett hat das Smartphone bei Kindern grundsätzlich nichts verloren!

● Animieren Sie Ihr Kind, dringende Fragen (Was haben wir in Mathe auf? Hast du heute Nachmittag Zeit?) schnell telefonisch zu klären. Das ist zielführender und macht mehr Spaß!

● Erkundigen Sie sich nach Möglichkeiten für einen Elternabend zum Thema WhatsApp etc. in der Schule. Wenn alle Eltern auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden, fällt es leichter, mit den Eltern der Freunde Ihres Kindes gemeinsame Regeln aufzustellen.

● Ihr Kind muss wissen: Bilder von anderen dürfen nicht weitergeleitet werden, hier gilt das Recht am eigenen Bild. Und auch für Kettenbriefe jeder Art sollte ein Weiterleite-Verbot ausgesprochen werden.

● Besprechen Sie gemeinsam, welche Art von Bildern sich als Profilbild eignen - und welche nicht. Und sensibilisieren Sie Ihr Kind, welche Art von Bildern es niemals von sich weiterleiten darf (Bilder in Badekleidung, Unterwäsche oder gar unbekleidet).

● Kinder sollten wissen, dass sie ihre Handynummer niemals an Unbekannte weitergeben dürfen. Es gilt die Regel: Schreibt nur mit Menschen, die ihr aus dem wahren Leben gut kennt.

● Zwar gilt auch bei Kindern das Recht auf ihre Privatsphäre - aber als Eltern sollten Sie nichtdestotrotz regelmäßig über die Chats Ihres Kindes drüber schauen. Das sollten Sie Ihrem Kind auch offen sagen. {{SNIPPET_PH:}}

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