Wie Solidarität zwischen Geschwistern fördern?


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Wie Solidarität zwischen Geschwistern fördern?

Wie Sie Zoff im Kinderzimmer vermeiden können - und die Solidarität fördern
  • Keine Vergleiche Jedes Kind sollte für seine eigenen Stärken und Schwächen gelobt oder kritisiert werden.
  • Solidarität fördern Wenn Geschwister mehr gegen- als miteinander agieren: Provozieren Sie ab und zu kleine Ungerechtigkeiten, die beide Kinder gleich treffen. Sie werden sich schnell gegen Sie verbünden.
  • Raushalten Geben Sie Ihren Kindern die Chance, selbst eine Lösung zu finden. Einschreiten sollten Sie nur, wenn ein Kind immer den Kürzeren zieht.
  • Klare Altersregeln Große haben mehr Rechte als Kleine, aber auch mehr Pflichten.
Interview mit Psychologe Michael Thiel „Geschwister geben Sicherheit und Halt“
Der Psychologe Michael Thiel über die Bedeutung von Schwestern und Brüdern


Familie&Co: Brauchen Kinder überhaupt Geschwister?
Michael Thiel: Eine intensive Geschwisterbeziehung ist heute wichtiger für die psychische Entwicklung als je zuvor. Kinder wachsen heute in einer Welt auf, in der die Eltern oft mit eigenen Problemen kämpfen müssen. Da geben sich Geschwister, auch wenn sie streiten, Sicherheit und Halt. Wann ist aus Kindersicht der beste Zeitpunkt für ein kleines Geschwisterkind?
Meine Erfahrung ist: Je geringer der Altersabstand, desto enger wird die Beziehung. Sind nur ein, zwei Jahre dazwischen, haben die Kinder ähnliche Interessen und oft dieselben Freunde. Es gibt Konflikte, aber die Gemeinsamkeiten kitten zusammen. Welcher Abstand ist für die Eltern ideal?
Für manche ist es besser, alles auf einmal hinter sich zu bringen. Andere wollen, dass das Erste aus dem Gröbsten raus ist. Turbulenter wird es immer. Dass die Jüngeren nur noch so mitlaufen, ist ein Mythos. Angeblich sind ein älterer Bruder und eine kleine Schwester die stabilste Kombination. Warum?
Da gibt es die geringste Konkurrenz. Der Große kann den Beschützer spielen und wird dafür von der Kleinen meist bewundert. Kleine Brüder finden es dagegen
oft schwer erträglich, von einer großen Schwester bemuttert zu werden. Gibt es einen Zeitpunkt in der Geschwisterbeziehung, ab dem der Altersunterschied egal wird?
Leider erst spät, nach der Pubertät. Auf der Erwachsenenebene sind selbst fünf oder zehn Jahre Unterschied nicht mehr relevant. Trotzdem bleibt „der Kleine“ aber immer der Kleine - auch wenn er 50 ist. Warum vertragen sich manche Geschwister, und andere sind wie Hund und Katz'?
In einer Familie treffen verschiedenste Persönlichkeiten aufeinander. Das muss nicht immer klappen. Geschwister lieben sich nicht automatisch, sondern müssen früh Beziehungsarbeit leisten.