60-Jährige bekommt Zwillinge: zu alt für ein Baby?

Im österreichischen Wels kamen vor einigen Tagen Zwillinge zur Welt. An sich keine Sensation. Wenn man jedoch das Alter der Eltern betrachtet, ändert sich das: Die Mutter der Jungen ist 60 Jahre, der Vater 63 Jahre alt.


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Biologisch gesehen ist eine solche Schwangerschaft nahezu unmöglich, die Babys wurden durch eine Eizellspende und anschließende künstliche Befruchtung „gezeugt“. Die Kinderwunschbehandlung wurde im Ausland durchgeführt – denn laut Gesetz darf eine Eizell-Empfängerin in Österreich höchsten 45 Jahre alt sein.

Eltern werden über 60

Der stolze Vater mit den Zwillingen Eldion und Elmedin


© Klinikum Wels-Grieskirchen
Die Zwillingsjungen Eldion und Elmedin sind nicht die ersten Kinder der Welserin. Vor drei Jahren brachte sie bereits ein Mädchen zur Welt. "Ich bin überglücklich und zufrieden. Jetzt habe ich neben meinem lieben Mädchen auch noch zwei Buben. Und alle sind gesund. Ich fühle mich so, wie wenn ich selbst noch einmal neu geboren worden wäre", berichtet der Vater in der österreichischen Zeitung Kurier.

Auch für den Leiter der Geburtsstation im Klinikum Wels-Grieskirchen, wo die Babys geboren wurden, ist diese späte Geburt keine alltägliche Sache: "Ich habe schon einige ältere Mütter über 50 erlebt. Das kommt aber nur alle zwei bis drei Jahre vor. Das war wirklich etwas Besonderes."

Trend "späte Schwangerschaft"



Cover New York Magazine

Schock-Cover? Das "New York Magazine" titelt mit einer "Oma-Mama"


© New York Magazine", Oktober 2011
Gianna Nannini hat es vorgemacht. Sie wurde im Alter von 54 Jahren zum ersten Mal Mutter. Sie war nicht die einzige: Eine 63-jährige Niederländerin mit einer kleinen Tochter, eine 58-jährige Mailänderin mit Zwillingen - und auch vor anderen Promis macht der Trend zur späten Mutterschaft keinen Halt. Ob Sophie B. Hawkins (50) oder Halle Berry (46) - einer Empfängnis in der zweiten Lebenshälfte steht heute (fast) nichts mehr im Wege.

In den USA schockierte einst das renommierte "New York Magazine" mit dem Cover einer schwangeren Frau deutlich jenseits der 40. Die Titelgeschichte erzählt unter anderem von einem Paar - sie 60, er 66 - die dank künstlicher Befruchtung glückliche Eltern einer Sieben- und einer Zehnjährigen sind. Trotz aller Bedenken der Experten an der New York University hätten sie nie einen Gedanken daran verschwendet, dass sie zu alt für ein Kind sein könnten. Im Gegenteil hätten sie beide so viel Energie und würden sich absolut gleichberechtigt um die Kinder kümmern.
Die Grenze zwischen "spät" und "zu spät"
Spät Mutter zu werden ist heute kein Anlass mehr, kollektiv gesellschaftlich aufzuschreien. Ob „spät“ bzw. „zu spät“ -  das  ist Ansichtssache, doch außer Frage steht bei Betrachtung der rein medizinischer Fakten, dass Schwangerschaften jenseits der 50 komplikationsträchtiger sind. Es besteht nicht nur ein höheres Risiko für genetische Veränderungen des Babys, sondern auch der Anteil an altersbedingten Krankheiten ist viel höher. Und diese können Mutter und Ungeborenes in der Schwangerschaft gefährden.

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Immer mehr Mütter erleben ihr erstes Mamaglück heute jenseits der 35. Das bringt Risiken, aber auch Chancen mit sich.


Die natürliche Grenze der Fruchtbarkeit gilt heute nicht mehr uneingeschränkt, die moderne Kinderwunschmedizin erfüllt die Sehnsucht nach einem Baby in vielen Fällen. Wie hoch der Preis dafür ist, ist eine ethische Frage, die jedes Paar für sich selbst beantworten muss. Denn neben allen medizinischen Aspekten steht eines fest: Die Kinder sehr später Eltern werden auch eher als andere elternlos. 

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