Ablauf der IVF-Behandlung

Eine IVF ist im Vergleich zu anderen reproduktionsmedizinischen Methoden relativ aufwendig.


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden

Für die Durchführung sind mehrere Schritte notwendig, die zum Teil eine längere Vorlaufzeit benötigen.

1. Schritt: Vorbehandlung der Frau durch hormonelle Stimulation


Am Anfang der Behandlung steht zunächst eine hormonelle Downregulation. Der Frau werden Hormonpräparate verabreicht, die einen vorzeitigen Eisprung verhindern sollen. Nach etwa 14 Tagen werden, ebenfalls durch Einnahme von Medikamenten, die Eierstöcke hormonell dazu stimuliert, mehrere Eibläschen gleichzeitig reifen zu lassen. So erhöhen sich die Chancen, mit einem einzigen Eingriff eine größere Anzahl befruchtungsfähiger Eizellen entnehmen zu können.
2. Schritt: Künstliche Einleitung des Eisprungs
Etwa eine Woche nach Beginn der hormonellen Stimulation der Eierstöcke werden vom Arzt mit Ultraschall oder durch Bestimmung der Hormonwerte im Blut Größe und Reife der vorhandenen Eizellen kontrolliert. Sind die Eizellen ungefähr 18 Millimeter groß, sind sie reif und befruchtungsfähig. Die Frau beendet die Einnahme der stimulierenden Medikamente, und mit einer hCG-Injektion (humanes Choriongonadotropin) wird, meist zehn bis 14 Tage nach Beginn der Stimulationsbehandlung, der Eisprung eingeleitet.

 Das könnte Sie interessieren: In-Vitro-Fertilisation

Wunschkind aus dem Reagenzglas? Diese Methode der künstlichen Befruchtung gilt als das bekannteste Verfahren der Reproduktionsmedizin.


3. Schritt: Entnahme der Eizellen

Mithilfe einer feinen Nadel werden etwa 36 Stunden nach Einleitung des Eisprungs die Eibläschen punktiert und die befruchtungsfähigen Eizellen vom Arzt entnommen. Der  Eingriff erfolgt für gewöhnlich über die Scheide und wird am Bildschirm mit dem Ultraschall verfolgt. Die Frau erhält entweder Beruhigungs- und Schmerzmittel oder eine kurze Vollnarkose. Als Nachwirkungen können leichte Blutungen und ein Wundgefühl auftreten, jedoch kann die Frau meist nach einer Ruhephase wieder nach Hause gehen. Die entnommenen Eizellen werden vom Arzt unmittelbar ans Labor weitergegeben

4. Schritt: Gewinnung und Aufbereitung des männlichen Samens


Am Tag der Eizellenentnahme wird auch vom Partner möglichst „frisches“ Sperma benötigt. Dieses wird durch Masturbation gewonnen, oder ist bei schweren Fruchtbarkeitsstörungen durch eine Hodenbiopsie schon bereitgestellt, tiefgefroren (kryokonserviert) und zeitgerecht aufgetaut. Die Samenflüssigkeit wird im Labor durch ein spezielles Verfahren mit dem Ziel aufbereitet, die Befruchtungsfähigkeit zu optimieren. Das Ejakulat wird dazu „gewaschen“, übrig bleiben nur noch besonders bewegliche Samenfäden als eine Art Konzentrat. Das „Waschen“ und Konzentrieren der Spermien dauert etwa zwei Stunden. Falls das Sperma des eigenen Partners nicht verwendet werden kann, kann das Paar alternativ auch eine Befruchtung mit Spendersamen durchführen. Dies hat allerdings rechtliche Konsequenzen für die gesetzliche Anerkennung der Vaterschaft.

 Das könnte Sie interessieren: Was ist ICSI?

Die ICSI ist eine Form der künstlichen Befruchtung. Sie kann Paaren trotz Unfruchtbarkeit beim Mann zu leiblichen Kindern verhelfen. So funktioniert sie.


5. Schritt: Befruchtung der Eizellen

Nun werden im Labor jeweils eine Eizelle mit einer Vielzahl an Spermien in einer Nährlösung zusammengebracht und für etwa 24 Stunden in einem Brutschrank aufbewahrt. Die Befruchtung findet nun ohne weitere „Unterstützung“ statt. Ist die Eizelle erfolgreich befruchtet, erkennt man das unter dem Mikroskop an zwei „Vorkernen“, die jeweils das genetische Material von Spermium und Eizelle enthalten. So werden die Eizellen ausgesucht, die im letzten Schritt in die Gebärmutter der Frau eingepflanzt werden.

Übrig gebliebene befruchtete Eizellen können mit Einwilligung beider Eltern im Vorkern-Stadium für einen weiteren Übertragungsversuch eingefroren werden. So müssen kein zweites Mal Eizellen bei der Frau entnommen werden. Sind beide Vorkerne schon in der Eizelle miteinander verschmolzen, ist bereits ein Embryo entstanden. Ab diesem Entwicklungsstadium dürfen die Eizellen nicht mehr eingefroren werden.
6. Schritt: Die Übertragung der Embryonen in die Gebärmutter
Nur wenige Tage nach Entnahme der Eizellen werden die Embryonen nun wieder in die Gebärmutter der Frau eingesetzt. Auch wenn sich im Reagenzglas mehrere Embryonen entwickeln, dürfen gesetzlich maximal drei Embryos gleichzeitig übertragen werden. Der Transfer mehrerer Embryonen erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft, allerdings auch die einer Mehrlingsschwangerschaft mit größeren Risiken.

Die Übertragung der Embryonen wird ambulant und ohne Narkose mittels eines Katheters über Scheide und Muttermund durchgeführt. Der Arzt kontrolliert die richtige Platzierung mit dem Ultraschall-Monitor. Die meisten Frauen empfinden diesen Eingriff als wenig oder gar nicht schmerzhaft. Um das erfolgreiche Einnisten des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut zu unterstützen, sollte sich die Frau in den darauffolgenden Tagen schonen, Stress vermeiden, auf Geschlechtsverkehr verzichten und keine schweren körperlichen Arbeiten verrichten.

 Psychotest Zu verkrampft, um schwanger zu werden?

Unser Test gibt die Antwort. Damit aus Ihrem Kinderwunsch tatsächlich ein Wunschkind wird.



mehr zum Thema
Künstliche Befruchtung