Erstes "Drei-Eltern-Baby" geboren

Ein Baby - drei leibliche Eltern. Das klingt zunächst skurril. Und doch ist diese Nachricht ein weiterer, ethisch viel diskutierter Schritt in der Kinderwunschmedizin. Denn das Baby ist gesund.


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Der im April 2016 geborene Junge hat zwei Geschwister, die bereits im Säuglingsalter starben. Denn seine Mutter hat das Leigh Syndrom. Diese seltene genetische Störung betrifft einen wichtigen Zellbestandteil – die Mitochondrien. Als Kraftwerke der Zelle sind sie ein wichtiger Faktor für alle Körperprozesse und den Energiehaushalt der Zellen. Zwar ist die Mutter körperlich gesund, doch ihre Kinder konnten mit der Störung nicht überleben. Um die Chance auf ein leibliches Kind zu haben, entschied sich das Paar aus Jordanien zu einer experimentellen Behandlung: den Zellkerntransfer. 

DNA Strang


© iStock
John Zhang vom New Hope Fertility Center in New York City und sein Team entfernten dabei die Zellkerne der Eizellen und setzen sie in die (zuvor „entkernten“) Spendereizellen ein. Von diesen neukombinierten Eizellen mit nun intakter mitochondrialer DNA entwickelte sich nur eine so gut weiter, um eingepflanzt zu werden. Das Ergebnis: das im April geborene Baby. Durchgeführt wurde die Behandlung allerdings in Mexiko – in den USA ist die Behandlung gesetzlich nicht erlaubt.


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Medizinischer Fortschritt oder der Weg zum Designerbaby?


Dieses Baby dürfte die Diskussion über die Ethik in der Kinderwunschmedizin weiter anheizen. Denn erlaubt ist die beschriebene Methode bisher nur in Großbritannien. Dort verabschiedete das Parlament im Februar 2015 ein entsprechendes Gesetz. Nicht ohne heftigen Gegenwind: "Wenn einmal diese ethische Grenze überschritten wird, wenn einmal festgelegt wird, dass es erlaubt ist, das menschliche Erbgut zu verändern, wird es schwierig, nicht die nächsten Schritte zu gehen. Und das führt und zu einer Welt, in der Babys nach Maß produziert werden“, warnte David King vom Verein Human Genetics Alert vor der Abstimmung.

(Quelle: New Scientist)


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