Für wen ist die IVM geeignet?

Die IVM eignet sich sehr gut für Frauen, die mit einem Überstimulationssyndrom empfindlich auf eine Hormonbehandlung reagieren.


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Für wen ist die IVM geeignet?
Auch für Frauen mit einem polyzystischen Ovarsyndrom (PCO), das zu einer Konzentration von männlichen Hormonen und damit zu Zyklusstörungen und Unfruchtbarkeit führt, ist eine künstliche Befruchtung nach der IVM-Methode gut geeignet. Und ehemalige Krebspatientinnen, die sich vor einer Chemotherapie oder Bestrahlung Eizellen oder Eierstockgewebe haben entnehmen lassen, können mit diesem Verfahren auf eine Schwangerschaft hoffen. 


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Etwa jede 10. Frau leidet am PCO-Syndrom und hat deshalb Schwierigkeiten schwanger zu werden. Zum Glück ist die Erkrankung heute gut behandelbar.


Vorlauf der Behandlung
Für eine IVM entnimmt der Arzt den nur wenig oder gar nicht stimulierten Eierstöcken der Frau unreife Eizellen aus den Eibläschen. Mit einer sehr feinen Nadel werden dabei über Scheide und Muttermund die Eibläschen punktiert und die Eizellen werden „abgesaugt“. Der Arzt überwacht den Vorgang dabei am Ultraschallbildschirm. Die Herausforderung besteht hier die unreifen von den reifen Eibläschen zu unterscheiden. Die reifen Eibläschen sind etwa 17 bis 19 Millimeter groß. Die unreifen dagegen haben einen Durchmesser von fünf bis maximal zwölf Millimetern.

Nach der Punktierung werden die gewonnen Eizellen in einer Petrischale kultiviert und ein bis zwei Tage lang durch die Beigabe von natürlichen Hormonen wie FSH (follikelstimulierendes Hormon) und HCG (Humanes Gonadotropin) zur Reifung gebracht. Im Vergleich zur natürlichen Entwicklung im Eierstock geht das sehr viel schneller, denn die physiologische Variante beansprucht fünf bis sechs Tage.

Nun geht es weiter wie bei einer normalen In-Vitro-Fertilisation: Sind die Eizellen reif für eine Befruchtung, wird vom Partner Sperma benötigt. Dieses wird durch Masturbation gewonnen, oder ist bereits tiefgefroren (kryokonserviert) bereitgestellt und wird zeitgerecht aufgetaut. Die Samenflüssigkeit des Mannes wird im Labor durch ein spezielles Verfahren aufbereitet, um die Befruchtungsfähigkeit zu optimieren. Das Ejakulat wird dafür „gewaschen“, übrig bleiben nur noch besonders bewegliche Samenfäden. Falls das Sperma des eigenen Partners nicht verwendet werden kann, kann alternativ auch eine Befruchtung mit Spendersamen durchgeführt werden.
Befruchtung der Eizellen
In einer Nährlösung wird jeweils eine Eizelle mit einer Vielzahl an Spermien zusammengebracht und für etwa 24 Stunden in einem Brutschrank aufbewahrt. Möglich ist auch eine Befruchtung durch Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI), falls beim Partner ebenfalls eine Form der Unfruchtbarkeit vorliegt und sein Samen nicht die Qualität für eine natürliche Befruchtung besitzt.

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Die ICSI ist eine Form der künstlichen Befruchtung. Sie kann Paaren trotz Unfruchtbarkeit beim Mann zu leiblichen Kindern verhelfen. So funktioniert sie.


Ist die Eizelle erfolgreich befruchtet, erkennt man das unter dem Mikroskop an zwei „Vorkernen“ im Zellplasma, die jeweils das genetische Material von Spermium und Eizelle enthalten. Nun werden die Eizellen ausgesucht, die im letzten Schritt in die Gebärmutter der Frau eingepflanzt werden. Übrig gebliebene befruchtete Eizellen können mit Einwilligung beider Eltern im Vorkern-Stadium für einen weiteren Übertragungsversuch eingefroren werden. So müssen kein zweites Mal Eizellen bei der Frau entnommen werden. Sind beide Vorkerne schon in der Eizelle miteinander verschmolzen, ist bereits ein Embryo entstanden. Ab diesem Entwicklungsstadium dürfen die Eizellen allerdings nicht mehr eingefroren werden.


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