Wenn Spermien zum Feind werden

Manchmal kommt es zu einer Überreaktion des Körpers gegen Samenzellen. Was Sie tun können, wenn die Keimzellen zum Feind werden. Und: Ist eine Schwangerschaft überhaupt noch möglich?


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Bei der Immunologischen Sterilität werden Ei- und saemnzelle angegriffen


© iStock
Unser Immunsystem ist das Frühwarnsystem des Körpers und schützt uns vor Eindringlingen jeder Art. Das ist gut so. Doch manchmal gerät dieses Schutzsystem aus dem Takt und regiert überempfindlich oder falsch. So kann es passieren, dass der weibliche Körper Spermien als feindliche Eindringlinge betrachtet und diese angreift. Im Zervixschleim haben sich dann Antikörper gegen Spermien gebildet, so dass der Weg zur Gebärmutter nahezu undurchdringlich bleibt. Das erschwert eine natürliche Befruchtung ungemein oder macht sie sogar unmöglich. Man spricht in diesem Fall von einer Immunologischen Inkompatibilität von Mann und Frau. Dennoch gibt es Möglichkeiten für Paare, diese Inkompatibilität zu überwinden und trotzdem ein Baby zu bekommen – wenn auch nicht immer auf ganz natürlichem Wege. Dazu später mehr.

Um eine Immunologische Inkompatibilität  nachzuweisen, wird der sogenannte Postkoitaltest durchgeführt. Damit kann man die tatsächliche Spermiendurchlässigkeit des Zervixschleims prüfen. Für den Test wird aus der Scheide - etwa 2 bis 12 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr - eine Probe entnommen. Das Gemisch von Zervixsekret und Samenflüssigkeit wird unter dem Mikroskop untersucht. Es wird gezählt, wie viele lebende und bewegliche Spermien sich in der Probe befinden. Wurde in einem vorangegangenen Spermiogramm die Qualität der Spermien überprüft und haben trotzdem nur wenige Spermien überlebt, dann ist davon auszugehen, dass Ihr Uterus den Spermien Ihres Partners tatsächlich feindlich gesinnt ist.
Eine Schwangerschaft kann möglich sein

Die Therapie richtet sich danach, wo genau der Fehler liegt. Bei einer Immunologischen Inkompatibilität lässt sich das Immunsystem noch überlisten. Durch die Gabe von speziellen Medikamenten – sie enthalten Kortison -  wird die körpereigene Abwehr gehemmt. So haben die Spermien bessere Chancen, sich lebend bis zur Gebärmutter durchzukämpfen. Dort angelangt können sie die Eizelle ganz natürlich befruchten. Um es den Spermien noch einfacher zu machen, kann bei betroffenen Paaren auch eine Insemination durchgeführt werden. Die Spermien werden also direkt in die Gebärmutter gespritzt und umgehen so das feindliche Milieu im Zervixschleim. Eine andere Möglichkeit ist die künstliche Befruchtung im Reagenzglas. Hier kann die Verschmelzung von Samen- und Eizelle quasi in neutralen Gewässern stattfinden und der Frau danach eingesetzt werden.

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Sie gehört zu den am häufigsten angewendeten Formen der künstlichen Befruchtung. Voraussetzungen, rechtliche Bestimmungen und Kosten.


Doch wie bei jeder künstlichen Befruchtung besteht immer das Risiko, dass der Körper den Embryo abstößt. Es kommt zu einer Fehlgeburt. Welche Maßnahmen für Sie als Paar jetzt geeignet sind, dass sollten Sie auf jeden Fall in einer Kinderwunschklinik abklären lassen.

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