Inlandsadoption oder Auslandsadoption?

Sie möchten ein Kind adoptieren, sind sich aber unschlüssig, ob es eine Inlands- oder Auslandsadoption sein soll? Für beide Alternativen gibt es Gründe dafür und dagegen.


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Egal ob Inlands- und Auslandsadoption: Für eine Adoption brauchen Sie viel, viel Geduld – und im Hinterkopf das Wissen, dass es keine Garantie auf Erfolg gibt. Es kann durchaus passieren, dass Ihnen kein Adoptivkind vermittelt werden kann. Die Chancen, ein deutsches Kind zu adoptieren sind gering: Im vergangenen Jahr standen 744 zur Adoption vorgemerkte Kinder 5.370 vorgemerkten Adoptionsbewerbungen gegenüber. Da liegt der Gedanke nahe, ein Kind aus dem Ausland zu adoptieren. Eine Auslandsadoption bietet sich aber nur an, wenn Sie viel Zeit für die umfangreiche Bürokratie und für Reisen in das Herkunftsland des Kindes haben und wenn Sie viel Geld aufbringen können. Hier die wichtigsten Punkte bzgl. Adoptionen in Deutschland und im Ausland:
Adoption in Deutschland
Wer übernimmt die Vermittlung? Adoptionskinder vermitteln dürfen nur die Jugendämter, die Landesjugendämter und anerkannte Adoptionsvermittlungsstellen freier Träger (Diakonie, Caritas etc.).

Wie hoch sind die Kosten? Die Vermittlung selbst ist kostenlos, es fallen allerdings Kosten für Beglaubigungen und Führungszeugnisse an. Diese Kosten halten sich
insgesamt aber – vor allem im Vergleich zu einer Auslandsadoption – im Rahmen.

Wie läuft das Adoptionsverfahren ab? Nach der Bewerbung entscheidet die Vermittlungsstelle, ob ein Paar geeignet ist – oder nicht. Für geeignete Paare beginnt dann das lange Warten. Wenn ein Kind gefunden wird, wird es den Eltern vorgeschlagen – und im nächsten Schritt für ein Jahr in "Adoptionspflege" übergeben. Erst nach dieser Art Testphase kann das Kind adoptiert werden.
Auslandsadoption: Ein Kind aus einem anderen Land

Wer übernimmt die Vermittlung? Vermittlungsstellen für Adoptionen im Ausland sind die Zentralen Adoptionsstellen der Landesjugendämter und Vermittlungsstellen freier Träger. Hier finden Sie eine Liste aller staatlich anerkannten Vermittlungsstellen.

Wie läuft eine Auslandadoption ab? Wenn Sie sich überlegen, ein Kind aus dem Ausland zu adoptieren, sollten Sie sich Gedanken machen, aus welchem Land Ihr Adoptivkind kommen sollte. 2015 kamen die meisten adoptierten Kinder aus Asien (137), gefolgt von Nord- und Südamerika (90), aus anderen europäischen Ländern (63) und Afrika (Quelle: Statistisches Bundesamt). Im zweiten Schritt ist es wichtig, sich mit dem jeweiligen Land vertraut zu machen und auch die Sprache zu lernen.

Der Bewerbungsweg ist meist der gleiche wie bei einer Inlandsadoption: Voraussetzung ist ein erfolgreiches Eignungsverfahren beim Jugendamt. Die Kriterien und Gesetze für eine Adoption unterscheiden sich dann aber von Land zu Land. Bis die Vermittlungsagentur den adoptionswilligen Eltern einen sogenannten Kindervorschlag unterbreiten kann, müssen sich die Eltern je nach Land bis zu zwei Jahre gedulden. In vielen Ländern sind für die Adoption Gerichtsverfahren vorgeschrieben. Bei diesen Gerichtsverfahren müssen die adoptionswilligen Eltern anwesend sein. Dazu müssen sie in das Heimatland des Kindes reisen. Außerdem verlangen einige Länder, dass die Eltern vor der Auslandsadoption eine Zeit lang im Heimatland des Kindes leben.

Was kostet eine Auslandadoption? Die Kosten für eine Auslandsadoption liegen bei rund 15.000 Euro. Neben der Vermittlungsgebühr entstehen Kosten für die Beglaubigung und Übersetzung der Dokumente und für Reisen in das Herkunftsland des Adoptivkindes. Teilweise müssen auch Gerichtsverfahren im Heimatland des Kindes bezahlt werden.

Folgende Papiere müssen bei einer Auslandsadoption vorgelegt werden:
• Lebenslauf
• Einkommensnachweis
• Gesundheitszeugnis (wird vom Hausarzt ausgestellt)
• Heiratsurkunde
• Geburtsurkunden der eigenen Kinder, wenn vorhanden
• Polizeiliches Führungszeugnis (ohne Eintrag!)
• Nachweis von Wohnraum
• Reisepässe
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