Na, wann bekommt ihr ein Baby?

Die Zeit zwischen der Entscheidung für ein Kind und der Geburt ist oftmals länger und schwieriger als geplant. Lasst uns offener darüber sprechen… #insidemom


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Als mein Mann und ich uns entschieden ein Kind zu bekommen, haben wir uns nie die Frage gestellt: "Was wäre, wenn es nicht sofort klappt?". Wir waren viel zu euphorisch. Zudem bekommt man eher die Annahme suggeriert, dass Frauen mit einer sofortigen Schwangerschaft rechnen müssen, sobald sie auch nur einmal die Pille vergessen. Wir hatten alles schön geplant – zusammenziehen, heiraten, sicherer Job, los geht’s...

Kein Herzschlag, kein Baby ...


Nach drei Monaten zeigte der Schwangerschaftstest ein positives Ergebnis. Voller Freude gingen wir zum Arzt. Er sagte, dass eine Fruchthöhle da sei, wir aber noch warten müssten bis ein Herzschlag zu sehen sei. Also saßen wir 2 Wochen später wieder da und nachdem ich eine Weile untersucht wurde, hatte der Arzt leider keine guten Nachrichten. Es gab keinen Herzschlag und somit auch kein Baby. Für uns brach eine Welt zusammen. Wir waren darauf nicht gefasst, uns hatte niemand vorbereitet, dass so etwas möglich ist. Wir erfuhren dann, dass es leider überhaupt keine Seltenheit ist. Dass Fehlgeburten sehr oft passieren. Uns half das in dem Moment nicht und wir fühlten uns allein mit unserer Trauer. Natürlich erzählten wir es unserer Familie. Wir hatten vorab auch schon vom positiven Schwangerschaftstest berichtet. Aber sonst blieben wir damit allein. Mit wem sollte man reden?

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Vom Gefühl, allein damit zu sein

Es begann eine schwere Zeit. Mein Körper war durch die Ausschabung ganz durcheinander und ich verkrampfte mich immer mehr. Jeden Monat neue Hoffnung, jeden Monat eine neue Enttäuschung. 
Um mich herum gab es viele Babynews und ich versuchte mich zu freuen. Wirklich. Aber so richtig klappen wollte es nicht. Und dann die Kollegen und Freunde, die fragten "Und wann ist es bei Euch soweit?" Grundsätzlich ist das Interesse kein Problem, aber warum sagt man nicht einfach "Du, ich hatte gerade eine Fehlgeburt. Ich bin sehr traurig. Aber wir versuchen es weiter."? Warum hört man das so selten bzw. fast nie? Jetzt wo ich offen mit dem Thema umgehe, begegne ich vielen Frauen, die ihre ganz eigenen Geschichten haben, die oftmals von Fehlgeburten und längeren Wartezeiten handeln. Am schwierigsten fand ich in meiner Kinderwunschzeit, dass man sich so allein fühlte in dieser Situation. Ich wollte so gerne Geschichten von Frauen lesen bzw. hören die ähnliches erlebt hatten und bei denen am Ende aber alles gut geworden ist. Einfach um das Gefühl zu haben, das man nicht allein ist und nicht den Mut verlieren soll.


„Du, ich hatte gerade eine Fehlgeburt. Ich bin sehr traurig. Aber wir versuchen es weiter. -  Warum hört man das so selten bzw. fast nie?...”

von Claudia Sothmann

Nach ca. einem Jahr war ich wieder schwanger, endlich. Ich hatte wahnsinnige Angst vor einer weiteren Fehlgeburt. Als ich eines Abends Bauchschmerzen bekam wusste ich, dass ich auch dieses Kind nicht bekommen würde. Wir waren so traurig und uns wurde klar, dass wir es einfach nicht in der Hand hatten. Wir mussten uns gedulden. Ein Baby ist eben nicht planbar. Eines musste ich aber dennoch tun. Ich habe meinen Arzt gewechselt, um eine zweite Meinung zu bekommen und um das Gefühl eines Neuanfangs zu haben. Er untersuchte mich und sagte, dass ich in drei bis vier Tagen einen Eisprung haben würde. Wir hätten so kurz nach der Fehlgeburt nie damit gerechnet, aber dieses Mal klappte es - mein Sohn wurde im Januar 2014 geboren.
Ich will anderen Frauen Mut machen!

Was ich rückblickend sagen kann ist, dass die Kinderwunschzeit die schwerste Zeit meines Lebens war. Ich zweifelte sehr an mir, wurde mit Ängsten konfrontiert, die ich bis dahin nicht kannte. Wir verloren auf gewisse Art eine Leichtigkeit und mussten mit Verlust und Unsicherheit klar kommen. Ich habe mich seitdem mit vielen Frauen unterhalten und der Wille, Frauen in der Kinderwunschzeit Mut zu machen, hat mich nie losgelassen. Daraus ist mein Blog unter www.freuden-traene.de entstanden, auf dem Frauen ihre Geschichten zur Kinderwunschzeit teilen. Ich arbeite daran, dass die Zahl der Geschichten weiter wächst und vielleicht irgendwann jede Frau die Geschichte findet, in der sie sich wieder findet. Und aus der sie viel für sich ziehen kann.
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Claudia Sothmann freuden-traene insidemom


Hier schreibt: Claudia Sothmann


Ich bin Claudia, 36 Jahre. Ich habe zwei Kinder und auf meinem Blog ➤ www.freuden-traene.de veröffentliche ich Mut mach-Geschichten für Frauen in der Kinderwunschzeit. Ich finde es toll, wie offen die Frauen in #insidemom über ihre Gefühle und Themen schreiben. Ich freue mich, ein Teil davon zu sein.
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