Körpergewicht spielt wichtige Rolle beim Schwangerwerden

Starkes Über- oder Untergewicht wirken sich nicht nur negativ auf die Gesundheit aus, sie können auch der Erfüllung des Kinderwunschs im Wege stehen.


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Schwanger werden – eine Frage der Figur?


Ein bisschen schon, denn der Body-Mass-Index (BMI) gilt als einer der Indikatoren für die Fruchtbarkeit  - und das sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Starkes Über- oder Untergewicht kann zu einem Ungleichgewicht im Hormonhaushalt führen und damit den weiblichen Zyklus durcheinanderbringen und die männliche Potenz beeinträchtigen. Ursache dafür ist die Stoffwechselaktivität des Fettgewebes, speziell des Bauchfetts. In diesen Zellen nämlich werden männliche Geschlechtshormone, wie Testosteron, in weibliche Östrogene umgewandelt. Das heißt ganz einfach gesagt: Viel Fettgewebe bildet viel, wenig Fettgewebe bildet wenig Östrogene. Und ein zu hoher oder niedriger Östrogenspiegel ist Auslöser für verschiedene Funktionsstörungen im weiblichen und männlichen Körper, die sich auf die Fruchtbarkeit auswirken.


Body-Mass-Index Formel

So berechnen Sie Ihren BMI


© Thinkstock
Der ideale BMI um schwanger zu werden liegt bei 18,5 und 24,9. Wobei hierbei berücksichtigt werden muss, dass der BMI bei muskulösen Menschen beispielsweise auch verfälscht sein kann und nichts über den eigentlichen Körperfettanteil aussagt. Jedoch ist der BMI im Allgemeinen ein recht guter Maßstab für das Verhältnis zwischen Körpergröße und Körperfettanteil. Ihren ganz persönlichen BMI können Sie ganz leicht mit einem BMI-Rechner berechnen.

Übergewicht beeinträchtigt die Fruchtbarkeit
Ein BMI von 25 und mehr kann sich schon negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken, verhindert aber eine Schwangerschaft nicht zwangsläufig. Erst bei starkem Übergewicht mit einem BMI von 30 und höher (Adipositas) kann es problematisch werden mit dem Kinderkriegen.


BMI: Gewichtseinteilung


© Thinkstock
Bei Frauen sorgt der hohe Anteil an Fettgewebe im Körper für ein hormonelles Ungleichgewicht, das zu Zyklusstörungen und dem Ausbleiben von Periode und Eisprung führen kann. Dazu kommt, dass das Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft (z.B. Schwangerschaftsdiabetes, Fehlgeburt) bei stark übergewichtigen Frauen höher ist als bei normalgewichtigen. Übergewicht gilt bei Frauen zudem als Auslöser für das PCO-Syndrom und vermindert die Erfolgschancen von medizinischen Kinderwunschbehandlungen.

Bei übergewichtigen Männern resultiert die Überproduktion von weiblichen Östrogenen in den Fettzellen in einem niedrigen Testosteronspiegel. Das wiederum führt zu einer verminderten Samenproduktion und Spermienqualität. Zusätzlich besteht bei Männern das Risiko von Erektionsstörungen durch Fettablagerungen in den Gefäßen, die für die Penisdurchblutung zuständig sind.

Ärzte sind sich sicher, dass bei Übergewichtigen schon eine geringe Gewichtsreduktion von fünf bis zehn Prozent zu einer erheblichen Steigerung der Fruchtbarkeit führen kann. Also ist Abnehmen angesagt, damit sich der Traum vom eigenen Kind bald erfüllen kann. Allerdings ist dabei von radikalen Maßnahmen abzusehen. Zwei- bis dreimal pro Woche Bewegung wie z.B. schnelles Spazierengehen für etwa 30 bis 60 Minuten und eine ausgewogene gesunde Ernährung helfen dabei, das Gewicht schonend und langfristig zu reduzieren. Crash-Diäten hingegen wirken sich nicht förderlich auf die Fruchtbarkeit aus, da sie den Stoffwechsel und den Hormonhaushalt zusätzlich durcheinander bringen. 

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Statt teurer Behandlungen: Diät und Sport sind für übergewichtige Frauen die ersten Schritte auf dem Weg zum Wunschkind.


Schwanger werden mit Untergewicht

Bei Frauen und Männern mit einem BMI von unter 18 gibt es in der Regel zu wenig Fettgewebe, um den normalen Hormonhaushalt im Gleichgewicht zu halten. Bei Frauen bleiben dann die Periode und Eisprung aus, da zu wenig zyklussteuernde Hormone ausgeschüttet werden. Zudem wird durch Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut die Einnistung der Eizelle erschwert. Studien mit untergewichtigen Frauen zeigen aber, dass diese Störungen reversibel sind. Das heißt, nach der Normalisierung des Gewichts und damit des Hormonhaushalts können die Frauen auch relativ schnell schwanger werden.

Wie auch beim Übergewicht kann sich Untergewicht beim Mann negativ auf die Samenproduktion und die Qualität der Spermien auswirken, wodurch eine Befruchtung der Eizelle erschwert wird.

Der erste Schritt für untergewichtige Frauen oder Männer zum Wunschkind ist daher eine gesunde Zunahme.
Sanduhr-Figur steht für hohe Fruchtbarkeit
Übrigens, ganz abgesehen vom Körpergewicht können auch die Proportionen einen Hinweis darauf geben, wie fruchtbar eine Frau ist: „Optimal für das schwanger werden ist eine Sanduhr-Figur: breites Becken, schmale Taille, großer Busen. Frauen mit dieser Figur haben einen höheren Anteil des Geschlechtshormons Östradiol im Körper“, sagt Dr. Grazyna Jasienska, Humanbiologin an der Universität Krakau. In einem Forschungsprojekt, bei dem 119 Frauen im Alter von 24 bis 37 Jahren untersucht wurden, hat sie herausgefunden, dass die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, für Frauen mit diesen Proportionen dreimal so groß ist wie für andere.






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