Kim Kardashian: "Eine Leihmutter ist meine letzte Option"

Die Leihmutter ist definitiv das Tabuthema in der Reproduktionsmedizin. Aber musste mir ausgerechnet Kim Kardashian den Anstoß geben, mir über ein so wichtiges Thema Gedanken zu machen?


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden

Leihmutter für Kim Kardashian


© GettyImages
Es war schwer, die letzten Jahre gänzlich an Kim Kardashian und ihrem ausladenden Hinterteil vorbeizukommen. Auch die Schlagzeilen über ihre Schwangerschaften hat man zwangsläufig aufgeschnappt – meist ging es dabei ebenfalls um ihren Hintern, gelegentlich um Füße. Gedanken zu dieser Person habe ich mir dennoch nicht gemacht. Kim verebbte irgendwo im Uferschlamm meiner Aufmerksamkeit. Heute hat sich das geändert. Ich habe Mitleid.

Loch in der Gebärmutter

Es fällt mir schwer das zuzugeben. Aber diese medial aufgeblasene Persönlichkeit tut mir tatsächlich leid. In der letzten Folge von der Reality-Show "Keeping Up With The Kardashians", die Kim bekannt machte, erklärt die 36-Jährige, dass sie keine Kinder mehr bekommen kann. Der Grund ist kein schöner: Sie hat ein Loch in ihrer Gebärmutter. Bei ihrer letzten Schwangerschaft war ihre Plazenta an die Gebärmuttermuskulatur gewachsen, so dass sich diese nicht selbstständig lösen konnte. Der medizinische Fachausdruck dafür ist Placenta accreta. Und das ist für die Mutter nicht ungefährlich.

In schlimmen Fällen muss sogar die gesamte Gebärmutter operativ entfernt werden. Bei Kim Kardashian wurde diese irreparabel geschädigt. Ein weiteres Kind ist damit undenkbar. Doch eben das wünschen sich Kim und Ehemann Kanye West. „Ich will, dass meine Kinder Geschwister haben und ich will wissen, dass ich alles getan habe, um ihnen das zu ermöglichen“, sagt die zweifache Mutter.

Der Weg, den das Paar jetzt vielleicht einschlägt ist umstritten. Sie wollen sich eine Leihmutter suchen. Das sei immer eine Option gewesen, „jetzt ist es meine Realität", so Kardashian weiter. Es fällt mir grundsätzlich schwer, jemanden ernst zu nehmen, der sein komplettes Privatleben freiwillig mit der Öffentlichkeit teilt. Aber dieser Ansage sollte man auf jeden Fall Beachtung schenken. 

 Das könnte Sie interessieren: Leihmutterschaft

Adoption ist eine Möglichkeit, bietet aber nicht die genetische Verwandtschaft mit dem Wunschnachwuchs.


Tabuthema Leihmutter

Unerfüllter Kinderwunsch ist ein schweres Schicksal. Und es trifft mehr Paare als man glaubt: eine von sieben Frauen hat Probleme mit dem schwanger werden. Darüber gesprochen wird trotzdem nicht, meist aus falscher Scham. Aber der Körper einer Frau ist keine Maschine und wenn es nicht klappt, dann hat das nichts mit Versagen zu tun. Daher ist jeder öffentliche Diskurs zu dem Thema wichtig. Selbst wenn er von Kim Kardashian kommt! In diesem Fall ist sie nämlich eine von sieben. Skeptisch bin ich trotzdem, vor allem wegen der Sache mit der Leihmutter.

In Amerika ist es legal, sein Kind von einer Leihmutter austragen zu lassen. Andere Länder haben dafür strenge Verbote, zum Beispiel Deutschland. Meiner Meinung nach gibt es auch viele gute, ethische und moralische Argumente, die für die Verbote sprechen. Außerdem halte ich es für absolut verwerflich, wenn der Uterus von Leihmüttern zu Dumpingpreisen verscherbelt wird. Ich bin mir aber sicher, dass sich die Kardashians ihr erneutes Babyglück einiges kosten lassen.

Und das gibt dem Ganzen einen faden Beigeschmack. Dennoch sollte eine Leihmutter kein Tabuthema in der Reproduktionsmedizin mehr sein. Nur, wenn nicht mehr unter hervorgehaltener Hand darüber geredet wird, kann sich auch etwas verändern – vor allem für die, die derzeit noch ausgenutzt werden. Ich glaube, diese Gedanken lassen mich so schnell nicht los. Ja, ich habe Mitleid, auch mit mir, weil sich Kim Kardashian in meinen Kopf geschlichen hat.

 Das könnte Sie interessieren: Ungewollt kinderlos

Frauen posten Fotos von ihren "leeren" Bäuchen. Alle teilen das gleiche Schicksal. Mit der Aktion #1von7 wollen sie das Schweigen über ein Tabu-Thema brechen.




 Das könnte Sie interessieren: Leihmutter aus Leidenschaft

Tara Sawyer wollte unbedingt Leihmutter werden, um anderen Paaren zu helfen. In diesem Video erzählt sie ihre Geschichte.






mehr zum Thema
Babywunsch kontrovers
Artikel kommentieren
Login
Kommentare
  • kateb369

    Ich bin einverstanden, dass Leihutterschaft schon kein Tabuthema ein soll.Es soll besprochen werden, weil heute es eine wesentliche Rolle in Reproduktionsmedizin spielt. Einige sagen, dass es unethisch ist, aber ich habe noch keinen wirklich guten Argument dazu gehört. Was spricht gerade dafür. dass LM unethisch ist? Ich meione jetzt nicht, dass LM wie ein Akt der guten Wille ist, die Leihmutter bekommt davon ihren Nutzen. Doch es gibt viele positive Momenten und vor allem steht das, dass das ungewollt kinderlose Paar ein eigenes Kind bekommt