Opapa! Mick Jagger macht’s vor: Im hohen Alter nochmal Vater werden

Mick Jagger, Sänger der legendären Rockband The Rolling Stones, erwartet sein achtes Kind – und das im stolzen Alter von 72 Jahren. Wieder ein Beweis dafür, dass die biologische Uhr der Männer anders tickt als die der Frauen.


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Spät, später, sehr spät: Prominente Väter im hohen Alter



Mick Jagger wird mit 72 Jahren nochmal Vater

Mick Jagger wird mit 72 Jahren nochmal Vater


© Getty Images
Der Trend geht zur späten Elternschaft. Rein biologisch ist das aber nur bei den Frauen eine Gratwanderung des Möglichen. Während bei ihnen die Fruchtbarkeit ab 30, deutlicher noch ab 35 Jahren zusehends abnimmt, sind Männer noch bis ins hohe Alter zeugungsfähig. Mick Jagger, fünfmaliger Groß- und einmaliger Ur-Großvater beweist das jetzt einmal mehr. Zur Geburt seines achten Kindes wird der Rockmusiker 73 Jahre alt sein. Übertroffen hat das damals der deutsche Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator Jean Pütz – können Sie sich noch erinnern? Bei der Geburt seiner jüngsten Tochter im Jahr 2010 hatte er schon seinen 74. Geburtstag gefeiert.

Und die beiden sind bei weitem nicht die einzigen prominenten Beispiele. Auch Jaggers Bandkollege Ron Wood sowie Pablo Picasso, Luciano Pavarotti, Clint Eastwood und Karel Gott schlüpften in ihren späten 60ern nochmals in die Papa-Rolle. Spitzenreiter der prominenten späten Väter: Schauspieler Anthony Quinn, der im Alter von 81 Jahren noch ein Kind bekam – nur fünf Jahre später verstarb er.
Biologische Uhr tickt auch bei Männern – aber anders
Ist es für Männer denn wirklich so einfach, im hohen Alter noch Kinder zu zeugen? Fakt ist: Die männliche Zeugungsfähigkeit nimmt ab etwa 40 Jahren langsam ab – sie geht im Prinzip aber nie ganz verloren. Denn während die Frau von Geburt an nur eine begrenzte Fruchtbarkeitsreserve hat, die von Zyklus zu Zyklus schrumpft, produziert der männliche Körper zeitlebens Spermien. Der Nachschub an Samenzellen geht also nie aus.

Später Väter


© iStock
Und trotzdem ist das Kinderzeugen im hohen Alter nicht mehr ganz so einfach. Zwar werden immer weiter Spermien produziert, allerdings nehmen Anzahl, Beweglichkeit und Qualität der Samenzellen im Alter ab. Studien zeigen, dass es vor allem für Männer über 60 Jahren zunehmend schwerer wird, Kinder zu zeugen. Auch, weil schlichtweg die Potenz sinkt. Ursache dafür sind vor allem altersbedingte Faktoren, wie Veränderungen im Gefäß- und Nervensystem, Erkrankungen oder die Einnahme bestimmter Medikamente. Auch Über- oder Untergewicht wirken sich negativ auf Potenz und Zeugungsfähigkeit aus, ebenso wie ein ausschweifender Lebensstil mit viel Stress, wenig Schlaf und dem gehäuften Konsum von Suchtstoffen (Alkohol, Nikotin, Drogen).

Als Rockmusiker im hohen Alter also nochmal Vater werden? Kein biologisches Wunder, wohl aber ein Glückstreffer, wie man so schön sagt.  
Späte Väter: Ein Gesundheitsrisiko für die Kinder?
Wirkt sich das Alter des Vaters bei der Zeugung in irgendeiner Art auf die Kinder aus? Mit der Frage beschäftigen sich internationale Wissenschaftler schon seit einiger Zeit. Und die ersten Studienergebnisse sind besorgniserregend. Demnach haben Kinder später Väter unter anderem ein höheres Risiko dafür, an psychischen Störungen wie Autismus oder Schizophrenie zu erkranken. Auch scheint die Fehlgeburtenrate mit dem Alter des werdenden Vaters zu steigen. Warum das so ist, darüber gibt es noch keine Klarheit. Die Wissenschaftler aber vermuten, dass es an der DNA der Spermien liegt, die mit zunehmendem Alter instabiler wird.

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